Wettkampf oder Kooperation

Für den Webauftritt des Wissenschaftsjahres 2019 zum Thema künstliche Intelligenz habe ich einen kurzen Artikel über die Rhetorik und Rahmung der entsprechenden Technikentwicklung geschrieben, der bei Interesse hier nachgelesen werden kann.

AI Governance

An der Universität in Hongkong wurde jüngst eine Konferenz zur Ethik und Governance von KI-Systemen veranstaltet, zu der ich eingeladen wurde. Im Sinne der Bewahrung einer guten Klimabilanz habe ich den Vortrag allerdings per Skype gehalten. Es war dennoch schön, virtuell bei der Konferenz dabei zu sein. Ein Ergebnis derselben ist zudem ein Übersichtspaper über verschiedene AI Governance Initiativen, an dem ich mitgewirkt habe. Der Text ist als Preprint verfügbar oder kann über folgenden Link eingesehen werden.

VR Festival

In Hamburg fand zuletzt das VRHAM! statt, ein Festival zum Thema VR und Kunst. Ich wurde eingeladen, bei einer Podiumsdiskussion mitzuwirken, bei der es um die gesellschaftlichen Folgen des Technologieeinsatzes ging. Auffällig ist, dass der VR-Hype inzwischen abgeklungen ist. Die Technologie befindet sich in einer langsamen Evolution, bei der kleine, fast unmerkliche Fortschritte – wie sie etwa an der jüngst erschienenen Oculus Quest abgelesen werden können – dazu führen, dass VR sukzessive alltagstauglicher und benutzerfreundlicher wird.


Besuch am CERN

Zuletzt wurde ich nach Genf eingeladen, um bei einer Konferenz über Big Data in der Medizin zum Thema KI-Ethik vorzutragen. Obwohl die Konferenz am CERN stattfand, wurde ich nicht von einem schwarzen Loch eingesaugt. Demnächst wird ein White Paper zur Konferenz erscheinen, dass ich an dieser Stelle verlinken werde.


Herausforderung

So richtig erfolgreich ist die Rennsaison bislang noch nicht. Beim letzten Rennen in Bad Wildbad wurde ich auf der technisch sehr anspruchsvollen Strecke in der Hauptklasse fünfter und fuhr damit wieder am Podium vorbei. Am Sonntag habe ich daher auf ein weiteres Rennen verzichtet und mir selbst eine Herausforderung gestellt: 300 Kilometer (oder mehr) mit einem Schnitt über 30 km/h zu fahren. Ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, die Tour – sie ging abermals an den Bodensee – nicht noch am Folgetag in den Beinen gespürt zu haben…


Algorithmische Diskriminierung

Das Thema der algorithmischen Diskriminierung wird seit längerem intensiv diskutiert, und auch ich habe vor einiger Zeit einen Aufsatz dazu geschrieben, der nun in der Österreichischen Zeitschrift für Soziologie erschienen ist und bei Interesse hier nachgelesen werden kann.

Rennen in Albstadt

An diesem Wochenende kamen die Besten der Besten in Albstadt zum MTB Worldcup. Im Rennen der Frauen belegte Lisa Brandau, seit dieser Saison meine sportliche Leiterin, den siebten Platz. Ein wahnsinnig gutes Ergebnis! Das Rennen kann hier nachgesehen werden. Ich selbst bin am Samstag beim GONSO-MTB-Classic gestartet und auf den sechsten Platz in meiner Klasse gefahren.

AR/VR-Konferenz

Für meinen letzten Vortrag bin ich einer Einladung an die Leopold-Franzens-Universität Innsbruck zur MWB 2019 „Augmentierte und virtuelle Wirklichkeiten“ gefolgt und habe nochmals darüber gesprochen, inwiefern gemeinnützige Initiativen VR-Technologien und immersive Medieninhalte für pro-soziale Zwecke nutzen können. Kritisch gesehen wird dabei häufig, dass VR-Medien ein illegitimes „Überwältigungs-Moment“ ausnutzen, was in meinen Augen jedoch insofern relativiert werden muss, als dass die allgemeinen Bedingungen aktueller Aufmerksamkeitsökonomien es geradezu notwendig machen, sich auf starke Medienwirkungen zu fokussieren, um bestimmte (pro-soziale, moralisch gerechtfertigte) Anliegen verfolgen zu können. Dies bedeutet nicht, dass Immersion Reflexion gänzlich ersetzen soll – je nach Kontext haben beide Seiten ihre Rechtfertigung.


Podiumsplatz verpasst

Genau wie im letzten Jahr startete die Saison mit der Schönbuch Trophy, meinem Heimrennen, und einem 4. Platz (schon wieder) in der Gesamtwertung. Durch eine anstrengende Dienstreise zuvor und dementsprechend fehlende Trainingseinheiten entschied ich mich für die Kurzstrecke, auf der jedoch schneller gefahren wurde und ich anfangs durch das hohe Tempo und die kalten Temperaturen teilweise Atemprobleme hatte. Ansonsten fiel mir auf, dass die neue Strecke im Vergleich zur alten Route etwas „charakterlos“ ist. Es geht relativ flach über zumeist einfache Trails, bei denen wenige Überholmöglichkeiten bestehen. Schade, dass die alte Strecke nicht beibehalten wurde.

Vortrag über Datenarbeit

Bei der Jahrestagung der Schweizerischen Gesellschaft für Kommunikations- und Medienwissenschaft – diesmal fand sie im schönen St. Gallen statt – habe ich über das Phänomen vorgetragen, dass Nutzer digitaler Medien zur „Datenarbeit“ genötigt werden, indem sie durch unscheinbare Microtasks – etwa indem sie Mails als Spam markieren, reCAPTCHA lösen, Bilder markieren, Übersetzungen verbessern etc. – unwissend Systeme der künstlichen Intelligenz verbessern. Faktisch ist die Intelligenz von Maschinen in weiten Teilen eine Akkumulation von durch Menschen gelösten kognitiven Kleinstaufgaben. Die beschriebenen Sachverhalte habe ich im Vortrag insbesondere aus einer gerechtigkeitstheoretischen Perspektive bewertet und dabei problematisiert, dass es großen IT-Unternehmen weitgehend unbemerkt gelungen ist, ein kapitalistisches Verwertungsgeschehen auf undurchsichtige und zumeist nicht-entlohnte Datenproduktions- und Indexierungsarbeiten auszudehnen.


Neuer Aufsatz – What AI (currently) can’t do

In AI & Society erschien jüngst mein neuer Aufsatz über aktuelle Limitationen und Herausforderungen bei der Entwicklung und Anwendung künstlicher Intelligenz. Der Aufsatz beschreibt in einer Übersicht fünfzehn verschiedene Bereiche, in denen methodologische, gesellschaftliche oder technologische „shortcomings“ aktueller KI-Technologie situiert sind. Eingesehen werden kann das Paper unter diesem Link.

Übersichtsartikel zur Ethik der künstlichen Intelligenz

Angesichts der Vielzahl an Richtlinien zur Ethik der künstlichen Intelligenz beziehungsweise des maschinellen Lernens habe ich einen Übersichtsartikel geschrieben, in dem ich die Richtlinien miteinander vergleiche, Gemeinsamkeiten herausarbeite, aber auch Leerstellen benenne und reflektiere, welcher Typus von Ethiktheorie jeweils verfolgt wird. Letztlich beschreibe ich auch, inwiefern die Richtlinien in der Praxis umgesetzt werden können. Das Paper ist bei arXiv als Preprint erschienen, kann unter diesem Link eingesehen werden und ist von der Technology Review zu den „most thought-provoking papers“ der dritten Märzwoche gerechnet worden. Anbei zudem das „Herzstück“ des Papers, die tabellarische Übersicht über die Ethik-Richtlinien und ihre einzelnen Aspekte.


Aufsatz über den Umgang mit IT-Unsicherheit

Beim de Gruyter Verlag ist jüngst ein Aufsatz erschienen, den ich 2016 geschrieben habe (ja, die Publikationsgeschwindigkeit in den Geisteswissenschaften ist niedrig). In diesem beschreibe ich Mediennutzungsstrategien, mithilfe derer man eine Art Resilienz gegenüber der allgegenwärtigen IT-Unsicherheit erlangen kann. Im Wesentlichen argumentiere ich, dass Mediennutzer sich eine Immunität gegenüber informationellen Kontrollverlustereignissen aneignen müssen. Der Aufsatz ist leider nicht kostenlos online einsehbar, dennoch hier der Link zum Buch.


Zuletzt…

… ist es durch aktuelle Schreibarbeiten etwas ruhiger geworden. Dennoch ist zwischenzeitlich ein Artikel zum Thema Virtual Reality, erschienen sowie ein nicht kostenlos einsehbares Interview zusammen mit meiner Kollegin Dr. Jessica Heesen in der Regionalpresse über Social Scoring. Ferner wurde ich Mitglied einer Abteilung der International Electrotechnical Commission (IEC), die sich u.a. mit ethischen Fragen von KI-Sytemen auseinandersetzt.

Paper zu Privacy

In der neuen Ausgabe des „Journal of Information Ethics“ ist mein Aufsatz „Privacy Literacy and Its Problems“ erschienen. Darin kritisiere ich das Konzept der Privatheitskompetenz aus verschiedenen Perspektiven. In Kurzform habe ich meine Überlegungen dazu ich in diesem Blog-Post festgehalten.

Neuer Aufsatz

Nach einigem Warten auf den Sammelband ist nun ein Text von mir erschienen, welcher nochmals eine Auskoppelung einiger Argumente aus meinem Buch Das Ende der Informationskontrolle darstellt. Der Aufsatz über den „Angriff“ digitaler Medien auf die Intimität kann  hier (mit entsprechendem Zugang) online nachgelesen werden.


Jahresabschluss

Für den letzten Vortrag in diesem Jahr war ich nochmal in Berlin, um bei der inzwischen achten Ausgabe des „Privacy, Datenschutz & Surveillance“-Workshops zu sprechen. In meinem Vortrag habe ich einmal mehr dafür plädiert, Privatheit als Mechanismus des Identitätsschutzes angesichts aktueller technischer Entwicklungen im Bereich der künstlichen Intelligenz weitestgehend aufzugeben, um stattdessen alles auf die Idee der genuin sozialen (und nicht nur algorithmischen) Diskriminierungsvermeidung zu fokussieren. Einen Konferenzbericht werde ich demnächst hier verlinken.

Vortrag bei Grüner Akademie

Die Partei Bündnis 90/Die Grünen will bis 2020 ein neues Grundsatzprogramm vorlegen. Um in diesem Prozess Impulse zu sammeln, hat der Kreisvorstand Tübingen eine „Grüne Akademie“ veranstaltet, bei der ich einen Vortrag zu neuen Fragen der Digitalisierung halten durfte. Über die Einladung zur Akademie habe ich mich sehr gefreut, schließlich können durch derartige Veranstaltungsformate, wie hier von den Grünen organisiert, wissenschaftliche Erkenntnisse dorthin fließen, wo sie vermutlich am meisten praktisch gebraucht werden – in der Politik.

Relevanzzumessung und kognitive Verzerrungen

Bei der Jahrestagung der Gesellschaft für Wissenschafts- und Technikforschung an der TU Berlin habe ich über den Einfluss kognitiver Verzerrungen auf die Relevanzzumessung bei digitalen sozialen Netzwerken gesprochen. Indem die Benutzeroberflächen jener Netzwerke insbesondere für eine impulsive Form der Mediennutzung optimiert sind, manifestieren sich im Nutzungsverhalten eine Reihe kognitiver Verzerrungen. Zu diesen gehörten beispielsweise der Bestätigungs- sowie der Verfügbarkeitsfehler, der Authority Bias, Third-Person-, Backfire-, Halo-, oder Mitläufer-Effekte und dergleichen mehr. Indem nun prädiktive Systeme in Form von Personalisierungsalgorithmen zum Einsatz kommen, werden in der Vergangenheit gezeigte kognitive Verzerrungen technisch „erlernt“ und verstetigt. Das Maschinenlernen führt so zu einer technischen Aushärtung und „Unsichtbarmachung“ kognitiver Fehlleistungen. In letzter Konsequenz hat dies zur Entstehung einer Reihe an gesellschaftspolitischen Großproblemen geführt, welche von der starken Verbreitung von Fake-News sowie emotional aufgeladenem, extremem Content über die politische Radikalisierung bis hin zur weitreichenden Vernichtung jeglicher streitkulturell gezügelten Diskursführung reichen.


Interview über Tracking

Für den Radiosender hr-Info bin ich jüngst zum Thema Web-Analytics und Tracking interviewt worden. Das Interview kann bei Interesse beim Sender oder direkt anbei nachgehört werden: