Kritik der Praktischen Philosophie

Bei der VI. Tagung für Praktische Philosophie im schönen Salzburg habe ich kritisch über den Zustand ebenjener Praktischen Philosophie und der ihr angegliederten philosophischen Ethik gesprochen. Obgleich diesen Disziplinen eine enorme gesellschaftliche Relevanz zukommen könnte und sollte, dümpelt die akademische, normativ arbeitende Philosophie in ihrer eigenen Bedeutungslosigkeit herum. Die Gründe dafür sind unter anderem das hartnäckige Aufrechterhalten von hochredundanten Zitierkartellen rund um die einschlägigen Klassiker, die Xenophobie gegenüber anderen wissenschaftlichen Disziplinen beziehungsweise Interdisziplinarität im Allgemeinen, die weitreichende Unfähigkeit zu eigener empirischer Arbeit und vieles mehr. Damit, dass mein Vortrag dabei nicht nur auf Zustimmung, sondern ebenfalls auf teils emotionale Gegenkritik stieß, hatte ich gerechnet. Dennoch war ich froh, meine Überlegungen auf einer der wichtigsten Fachtagung der deutschsprachigen Philosophie vortragen zu können.