Vortrag bei Grüner Akademie

Die Partei Bündnis 90/Die Grünen will bis 2020 ein neues Grundsatzprogramm vorlegen. Um in diesem Prozess Impulse zu sammeln, hat der Kreisvorstand Tübingen eine „Grüne Akademie“ veranstaltet, bei der ich einen Vortrag zu neuen Fragen der Digitalisierung halten durfte. Über die Einladung zur Akademie habe ich mich sehr gefreut, schließlich können durch derartige Veranstaltungsformate, wie hier von den Grünen organisiert, wissenschaftliche Erkenntnisse dorthin fließen, wo sie vermutlich am meisten praktisch gebraucht werden – in der Politik.

Aufsatz über Vernetzung und Informationssicherheit

In meinem neu erschienenen Aufsatz mit dem Titel „Vernetzung oder Informationskontrolle“ analysiere ich das widersprüchliche Verhältnis zwischen dem ungebrochenen Trend zur Vernetzung von immer mehr technischen Artefakten einerseits sowie den gleichzeitig erhobenen Forderungen nach Informationssicherheit andererseits. Der Vernetzungstrend scheint eine Entwicklung abzubilden, welche in ihrer Stoßrichtung quasi nicht mehr aufzuhalten ist. Dabei schafft genau dieser Trend nicht nur Vorteile für die elektronische Telekommunikation, sondern gleichzeitig auch massive Vulnerabilitäten im Bereich der Informationssicherheit, des Daten- sowie Privatheitsschutzes. Die Tatsache, dass man nicht sinnvollerweise eine Steigerung der Interkonnektivität fordern und gleichzeitig dasselbe Datenschutzniveau erhalten kann, wird in den Diskussionen um den digitalen Wandel häufig ausgeblendet.


Neuer Aufsatz zum Thema Privatheit

Unter dem Titel Privatheit und selbstbestimmtes Leben in der digitalen Welt ist im Springer-Verlag ein neuer Sammelband erschienen, zu welchem ich einen Aufsatz beisteuern durfte. In diesem gehe ich der Frage nach, inwiefern Privatheit als ambivalentes Phänomen betrachtet werden kann. Auf der einen Seite sichert Privatheit wichtige gesellschaftliche Grundgüter ab, auf der anderen Seite dient sie der Verschleierung von moralisch relevanten Normverletzungen, der Unterdrückung oder der Entpolitisierung bestimmter Handlungen.  Privatheit, so meine Argumentation, muss einerseits als hoher Wert gesehen werden, welcher andererseits jedoch nicht ausschließlich positiv betrachtet werden darf.


Digitalisierung in Museen

Im Deutschen Auswandererhaus in Bremerhaven habe ich im Rahmen eines Vortrags und einer Podiumsdiskussion abermals über Virtual-Reality-Technologien gesprochen – diesmal über den Einsatz derselben in Museen. Zu bedenken gilt es dabei insbesondere, dass digitale Exponate nicht nur bar der Benjaminschen „Aura“ sind, sondern auch, dass sie dazu tendieren, Phantasie zu unterdrücken. Umgekehrt bieten VR-Technologien die Möglichkeit, Erfahrungen ins Museum zu holen, welche anderweitig unmöglich realisierbar wären.