Mittagspitze, Rauhhorn etc.

Wohl ein echter Geheimtipp für Bergtouren ist das Tal zwischen den Pfannhölzern und der Heubatspitze. Dort findet sich keine Menschenseele, weil kein markierter Weg auf einen der bekannten Gipfel führt. Stattdessen kann man an so unbekannten Orten wie etwa dem Gratturm der Mittagspitze wunderbar einsam herumklettern. Dies gilt wohl weniger für das Rauhhorn, einen tags zuvor über den einfachen Normalweg von mir überquerten Gipfel. Dennoch ist das Naturerlebnis in den Allgäuer Alpen immer wieder großartig.


Höfats-Überschreitung

Bei unserem ersten Versuch an der Höfats ist es uns nicht gelungen, die Route  zum Westgipfel zu finden. Dabei konnte ich es freilich nicht belassen und ging diese Woche nochmals zum Berg. Da ich alleine unterwegs war und im Vorfeld einige nicht gerade beruhigende Berichte über die Kletterstellen und tödliche Abstürze an der Höfats gelesen hatte, hatte ich einen gewissen Respekt vor der Tour. Nachdem ich die Überschreitung aber geschafft hatte, blicke ich nun etwas nüchterner auf die Tour zurück. Wenngleich die Route entlang der Gratschneide der vier Gipfel sehr ausgesetzt ist, gibt es an keiner Stelle sonderlich heikle Passagen. Einige Kletterzüge beim Aufschwung zum Ostgipfel gelten gemeinhin als Schlüsselstelle, was ich jedoch nicht teile. Aus meiner Sicht die größten Schwierigkeiten bestehen beim Aufstieg zum Westgipfel ab der Höfatsgufel. Hier gibt es keine klare Route, der Fels ist sehr brüchig und das Gras häufig zu dürftig, um den Pickel zur Sicherung einsetzen zu können. Einen Fehltritt sollte man sich dennoch auf der gesamten Überschreitung nicht leisten. Alles in allem eine tolle Tour und ein wunderschöner Berg, an welchem ich sicherlich nicht das letzte Mal gewesen bin. Für Interessierte gibt es von zwei anderen, einheimischen Bergsteigern hier ein nettes Video der Überschreitung.


Girenspitz und Sächsmoor

Der Girenspitz ist sicherlich einer der eindrücklichsten Berge, die ich je gesehen habe. Der steile Gipfelaufbau stellt in seiner Besteigung definitiv kein leichtes Unternehmen dar. Nur fünf Eintragungen hat das Gipfelbuch in diesem Jahr. Erst 2015 stürzte ein Bergsteiger tödlich in die Tiefe. Ähnlich einschüchternd wie der Girenspitz ist der Sächsmoor. Obwohl der Berg von seiner Form her eine gänzlich andere Charakteristik hat, sind die Routen ebenfalls sehr ausgesetzt und anspruchsvoll. Die Tour zu den beiden Berggipfeln war für mich das bisherige Highlight der Saison.


Himmelhorn

Die Route zum Himmelhorn, einem Gipfel in den Allgäuer Alpen, bietet mit seinen steilen Grasflanken die Möglichkeit für eine beeindruckende Klettertour, welche nahezu durchweg durch sehr ausgesetztes Gelände führt. Vom Himmelhorn aus gingen wir zudem über den Grat bis zum angrenzenden Gipfel des Schneck. Während der Tour hat man einen unvergleichlichen Blick auf die Höfats, an welcher wir demnächst einen neuen Versuch wagen werden.


Gehrenspitze Ostgrat

Letzte Woche habe ich zum zweiten Mal die Gipfel der Gehrenspitze besucht. Wenn man die mitunter etwas schwierig zu verfolgende Route über den Ostgrat erfolgreich findet, bietet der Berg einem eine wunderbare Tour mit Gras- und Felskletterei und toller Aussicht auf die umliegenden Berge.


Erster Versuch an der Höfats

Die Höfats gilt als „Königin der Grasberge“. Mit ihren steil abfallenden Wänden ist der Berg ziemlich eindrücklich, um nicht zu sagen einschüchternd. Geplant hatten wir die Überschreitung. Geglückt ist uns diese aber leider nicht. Es hat nicht mehr viel gefehlt bis zum West- beziehungsweise Ostgipfel, aber nachdem wir uns mehrfach im steilen Gelände verklettert hatten, war uns das Risiko zu hoch. Die Routenfindung ist, neben der psychischen Herausforderung, über mehrere Stunden im Absturzgelände zu sein, sicherlich die größte Schwierigkeit an der Höfats. Sicher ist dennoch, dass wir mit mehr Wissen über die Route einen zweiten Versuch wagen werden.


Grasklettern

Nachdem ich letztes Jahr den schönen Ostgrad der Gehrenspitze überschritten hatte, wollte ich die Tour dieses Jahr nochmals wiederholen. Allerdings war das Unternehmen nicht von Erfolg gekrönt. Nachdem es tags zuvor, an welchem die eher einfache Überschreitung des Säulings (Foto) anstand, permanent geregnet hatte, war das Gras an der Gehrenspitze entsprechend nass und der Boden aufgeweicht, sodass weder Pickel noch Sohlen sicher Halt finden konnten. Die Kletterei im Steilgras des Ostgrats war für mein Empfinden dementsprechend zu riskant, sodass ich mich entschloss, die Überschreitung abzubrechen. Bergsteigen bedeutet eben auch, zu scheitern und mehrere Versuche zu benötigen.