Jeder Meter steht für zehn Tiere

Ich habe mich mit veganer Spinatlasagne gedopt und bin mal wieder Fahrrad gefahren. 500 Kilometer am Stück durch Baden-Württemberg, 17 Stunden Dampf aufs Pedal, ohne Pause. Dabei war der Anlass ein ernster. Jeder Meter der Tour soll für zehn geschlachtete Tiere stehen. Über fünf Millionen Tiere (Vögel nicht mit einberechnet) werden nämlich alleine in Baden-Württemberg pro Jahr industriell für die Fleischproduktion getötet. Wie das realistischerweise aussieht, sieht man, wenn man versteckte Kameras in Schlachthöfen an die Decke klebt. Tierschutzorganisationen bringen inzwischen fast monatlich Bilder an die Öffentlichkeit, zuletzt etwa diese oder diese. Aber das, was auf den Bildern zu sehen ist, kann verhindert werden. Und dass eine Ernährung ohne Tierprodukte nicht nur Leben rettet, sondern auch für sportliche Höchstleistung prädestiniert, wollte ich mit der Runde durch Baden-Württemberg zeigen. Der SWR hat die Aktion begleitet. Den Beitrag dazu poste ich separat. Einen kleinen Zeitungsartikel gibt es hier.


Corona-Pausen

Für Leistungssportler bedeutet die aktuelle Situation, dass Training zum Selbstzweck wird. Für den September sind immerhin ein paar Radrennen angekündigt. Um sich in seiner Motivation von selbigen nicht allzu abhängig zu machen, kann man sich selbst Herausforderungen setzen. Und was wäre da besser geeignet, als Ultralangdistanzen? Den Auftakt für dieses Jahr bildete für mich eine Tour in den Schwarzwald, die bewährte Tour an den Bodensee und eine Tour entlang der Donau.


Everesting

Wie angekündigt nochmals ein Post zum Everesting. Zwischenzeitlich ist ein kleiner Bericht im SWR Fernsehen erschienen, den ich unten eingebettet habe. Auch im Radio (SWR1/3/4, DASDING) wurde berichtet, allerdings haben die Sender keine Mediatheken, in der die Beiträge gespeichert sind. Einen Artikel in der Regionalpresse gibt es ebenfalls, dieser ist allerdings hinter der Paywall.

Everesting für den guten Zweck

Die Idee, die dem „Everesting“ zugrunde liegt, ist simpel: „[…] cycle up and down a hill until you’ve tallied 8,848m of ascent – the height of Mount Everest. The reality is a relentless endurance battle that’ll push you to your physical and mental limits.“ (redbull.com) Das musste ich natürlich ausprobieren. Gleichzeitig wollte ich die Unternehmung verknüpfen mit der Botschaft, dass eine vegane Ernährung nicht nur für die Erbringung sportlicher Höchstleistungen ideal ist. Mit ihr lässt sich zugleich immenses Tierleid verhindern, darüber hinaus ist sie eine der wichtigsten Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen. Ich freue mich, dass das Everesting so erfolgreich gelungen ist sowie über die mediale Begleitung, die ich währenddessen hatte. Danke auch an alle, die mich an der Strecke unterstützt haben! Links zu den Berichten poste ich später bzw. sobald sie erschienen sind.


Puh…

Warum nicht einmal 500 Radkilometer am Stück fahren? Morgens um 4 Uhr ging es los, die ersten 150 Kilometer nüchtern, mit Lampen und warmer Kleidung einmal das Neckartal Richtung Rottweil hoch und runter und zurück nach Hause, um dort einen guten Batzen Müsli zu verschlingen. Mit leichter Kleidung wieder ins Neckartal, dieselbe Strecke rauf und runter, mit einem Abstecher durchs Nagoldtal nach Pforzheim und zurück. 420 Kilometer hatte ich beisammen, bevor es wieder dunkel wurde – also zurück nach Hause und ein paar Kalorien und Flüssigkeit tanken. Die letzten 80 Kilometer dann erneut mit warmer Kleidung und Lampen durchs Neckartal in Richtung Nürtingen. In den späten Abendstunden, als die Straßen schon wie leergefegt waren, waren die 500 Kilometer dann endlich beisammen, nach über 18 Stunden.


Ans Limit

Nachdem sich vergangenen Sonntag endlich ein regenfreier Tag ohne akute Hitze ergab, konnte ich mal wieder länger Fahrrad fahren. Für alle, die an Ultraradmarathons interessiert sind, hier meine Erfahrungen: 400 Kilometer sind meiner Meinung nach das Limit, was sich unter normalen Bedingungen ohne Lampen und warme Kleidung für die Nacht- oder frühen Morgenstunden machen lässt. Will man noch größere Distanzen zurücklegen, muss man, um die Temperatur- und Helligkeitsdifferenzen ausgleichen zu können, mit mehr Equipment fahren, welches einen wiederum verlangsamt. Erschöpfungssymptome äußern sich bei diesen Distanzen auf verschiedene Weise, verschwinden aber erstaunlicherweise wieder während der Fahrt. Ich hatte mein erstes Tief bereits nach 120 Kilometern, nur um dann ab Kilometer 160 richtig „aufdrehen“ zu können. Bei 310 Kilometern hatte ich die größte „Krise“ mit Kopfschmerzen, Atemproblemen und „streikender“ Muskulatur. Doch selbst das ging vorbei. Die letzten 50 Kilometer konnte ich ohne Beschwerden bei untergehender Sonne abspulen.


Herausforderung

So richtig erfolgreich ist die Rennsaison bislang noch nicht. Beim letzten Rennen in Bad Wildbad wurde ich auf der technisch sehr anspruchsvollen Strecke in der Hauptklasse fünfter und fuhr damit wieder am Podium vorbei. Am Sonntag habe ich daher auf ein weiteres Rennen verzichtet und mir selbst eine Herausforderung gestellt: 300 Kilometer (oder mehr) mit einem Schnitt über 30 km/h zu fahren. Ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, die Tour – sie ging abermals an den Bodensee – nicht noch am Folgetag in den Beinen gespürt zu haben…


Ultraradmarathon II

Am Wochenende habe ich mit dem Rennrad den Bodensee besucht. Die Tour war – ähnlich wie die Fahrt nach Straßbourg – wegen ihrer Länge von über 300 Kilometern durchaus herausfordernd, allerdings war es des Morgens die Kälte – es hatte fast 10 Grad – und den Tag über die Hitze – bis zu 35 Grad -, welche mir am meisten zu schaffen gemacht haben. Dennoch kann ich zufrieden festhalten, dass es mit entsprechendem Training möglich ist, einen gesamten Tag lang Druck aufs Pedal zu bringen.


Wieder am Podium vorbei

Nach langer Zeit bin ich mal wieder ein Rennrad-Kriterium gefahren. Das Rennen in Hohenheim mit seinem kurzen Anstieg ist ein Kurs, den man trotz seiner Höhenmeter schnell fahren kann. Dennoch verblieb in der letzten Runde eine nur siebenköpfige Spitzengruppe. Beim Zielsprint kam ich schließlich auf den vierten Platz, verpasste damit also einmal mehr das Podium.

Ultraradmarathon

Nachdem ich am vergangenen Wochenende eine längere Tour nach Straßbourg unternommen habe, mir diese wirklich Spaß gemacht und keine übergebührlichen Anstrengungen gekostet hat, habe ich Lust bekommen, bei entsprechenden Langstreckenrennen zu starten. Mal schauen, was diesbezüglich die Zukunft bringt. Als nächstes will ich vorerst ausprobieren, wie sich 300 Kilometer auf die Beine auswirken.