Medienpsychologie und Smartphones

An einer Schule in München habe ich vor den Schülern der 11. und 12. Klassen einen Vortrag über die medienpsychologischen Hintergründe des Gebrauchs von Smartphones und Social-Media-Plattformen gehalten. Da es mir stets ein Anliegen ist, wissenschaftliche Erkenntnisse auch in nicht-akademischen Kontexten teilen zu können, hat mich die Einladung nach München sehr gefreut.

Erziehung zur trivialen Maschine

Individuierung durch Vergesellschaftung – Meads sozialpsychologische Formel – bedeutet, dass soziale Prozesse ins Einzelbewusstsein hereingenommen und verhaltenskontrollierende Instanzen internalisiert werden. Die eigene Identität bildet sich als Zusammen des sozialkonformen „Me“ und des impulsiven, schöpferischem „I“. In einer dialektischen Bewegung formt Gesellschaft das Individuum und das Individuum die Gesellschaft. So betonen Berger und Luckmann, dass

„die Beziehung zwischen dem Menschen als dem Hervorbringer und der gesellschaftlichen Welt als seiner Hervorbringung dialektisch ist und bleibt. Das bedeutet: der Mensch – freilich nicht isoliert, sondern inmitten seiner Kollektivgebilde – und seine gesellschaftliche Welt stehen miteinander in Wechselwirkung. Das Produkt wirkt zurück auf seinen Produzenten. Externalisierung und Objektivation – Entäußerung und Vergegenständlichung – sind Bestandteile in einem dialektischen Prozess. […] Gesellschaft ist ein menschliches Produkt. Gesellschaft ist eine objektive Wirklichkeit. Der Mensch ist ein gesellschaftliches Produkt.“ (Berger; Luckmann, Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit, FfM 1980, S. 65)

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