Medienpsychologie und Smartphones

An einer Schule in München habe ich vor den Schülern der 11. und 12. Klassen einen Vortrag über die medienpsychologischen Hintergründe des Gebrauchs von Smartphones und Social-Media-Plattformen gehalten. Da es mir stets ein Anliegen ist, wissenschaftliche Erkenntnisse auch in nicht-akademischen Kontexten teilen zu können, hat mich die Einladung nach München sehr gefreut.

Virtuelle Lebenswelten

Der Mensch ist das mit der Technologie verschmelzende Tier. Dabei wird die Idee des Menschen obsolet. Cyborgs betreten das Feld – zumeist in Form von Einheiten aus Mensch und Smartphone. Zunehmend übernimmt letzteres das “Denken”.

„As computational resources are increased, systems’ architectures naturally progress from stimulus – response, to simple learning, to episodic memory, to deliberation, to meta-reasoning, to self-improvement and to full rationality.“ (Omohundro, Autonomous technology and the greater human good, in: Journal of Experimental & Theoretical Artificial Intelligence, 2014, S. 4)

Der Mensch ist ein langsamer, irrationaler und fehlerhafter Entscheider. Gegenüber der Technologie erscheint er schlicht als veraltetes Model. Er flüchtet sich zurecht in die Technologie. Er erwartet von ihr mehr als von anderen Menschen (vgl. Turkle, Alone Together. Why We Expect More from Technology and Less from Each Other, New York 2011). Er interagiert mit sozialen Robotern, Substituten des Menschen, oder mit Cyborgs, doch immer weniger mit seinesgleichen. Virtuelle Welten bilden die eigentliche Lebenswelt. Hier stößt er auf eine resonante Welt, eine Welt voller vermeintlicher Anerkennung – und auf eine Welt, in der er so sein kann, wie er sein möchte.

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