Paper zu Privacy

In der neuen Ausgabe des „Journal of Information Ethics“ ist mein Aufsatz „Privacy Literacy and Its Problems“ erschienen. Darin kritisiere ich das Konzept der Privatheitskompetenz aus verschiedenen Perspektiven. In Kurzform habe ich meine Überlegungen dazu ich in diesem Blog-Post festgehalten.

Privacy Literacy und seine Probleme

Angesichts stetig steigender Risiken für den Schutz der informationellen Privatheit im Kontext vernetzter informationstechnischer Systeme werden immer häufiger Forderungen nach Privacy Literacy laut. Privacy Literacy meint, dass Nutzerinnen und Nutzer digitaler Medien eine gewisse Bandbreite an Kompetenzen der Mediennutzung erlernen und besitzen sollen. Die Ausbildung von Mediennutzungsfähigkeiten, welche das Schutzverhalten hinsichtlich der eigenen Privatheit betreffen, kann als eine Antwort auf das Problem des „privacy paradox“ gesehen werden. Das „privacy paradox“ besagt, dass es eine Diskrepanz gibt zwischen den Bekundungen über die Wichtigkeit des Schutzes der eigenen Privatheit und dem konkreten Mediennutzungsverhalten, im Rahmen dessen kaum auf den Privatheitsschutz geachtet wird. Dieser Kluft zwischen Überzeugung und Handeln kann durch Privatheitskompetenzen begegnet werden. Nutzerinnen und Nutzer digitaler Medien werden qua Bildung gewissermaßen „ermächtigt“, digitale Medien beziehungsweise digitale Plattformen und Services so zu nutzen, dass die eigene Privatheit geschützt wird. „Privacy Literacy und seine Probleme“ weiterlesen

Vortrag über Medienkompetenz

Meistens haben Dienstreisen ja eher wenig mit schönen Naturerlebnissen zu tun, aber manchmal geht das eine mit dem anderen einher. Ich hatte die Gelegenheit, am schönen Sylvensteinstausee bei Sonnenschein und angenehmen minus fünfzehn Grad eine kurze Wanderung zu machen, um anschließend bei einer Tagung über Medienkompetenz zu sprechen. Dabei habe ich unter anderem betont, dass sich Einzelpersonen, mögen sie noch so medienkompetent sein, niemals effektiv gegen alle Risiken digitaler Medien schützen können. Medienkompetenz hilft dabei, Medieninhalte sinnvoll zu gestalten, Datenschutzeinstellungen zu bedienen oder psychologische Medienwirkungen reflektieren zu können, aber es ändert wenig an Sachverhalten wie dem Social Sorting, dem Micro-Targeting, dem Profiling et cetera. Medienkompetenz ist wichtig, es darf jedoch nicht als „Allheilmittel“ des digitalen Wandels gesehen werden.