Podiumsplatz verpasst

Genau wie im letzten Jahr startete die Saison mit der Schönbuch Trophy, meinem Heimrennen, und einem 4. Platz (schon wieder) in der Gesamtwertung. Durch eine anstrengende Dienstreise zuvor und dementsprechend fehlende Trainingseinheiten entschied ich mich für die Kurzstrecke, auf der jedoch schneller gefahren wurde und ich anfangs durch das hohe Tempo und die kalten Temperaturen teilweise Atemprobleme hatte. Ansonsten fiel mir auf, dass die neue Strecke im Vergleich zur alten Route etwas „charakterlos“ ist. Es geht relativ flach über zumeist einfache Trails, bei denen wenige Überholmöglichkeiten bestehen. Schade, dass die alte Strecke nicht beibehalten wurde.

Neuer Aufsatz – What AI (currently) can’t do

In AI & Society erschien jüngst mein neuer Aufsatz über aktuelle Limitationen und Herausforderungen bei der Entwicklung und Anwendung künstlicher Intelligenz. Der Aufsatz beschreibt in einer Übersicht fünfzehn verschiedene Bereiche, in denen methodologische, gesellschaftliche oder technologische „shortcomings“ aktueller KI-Technologie situiert sind. Eingesehen werden kann das Paper unter diesem Link.

Übersichtsartikel zur Ethik der künstlichen Intelligenz

Angesichts der Vielzahl an Richtlinien zur Ethik der künstlichen Intelligenz beziehungsweise des maschinellen Lernens habe ich einen Übersichtsartikel geschrieben, in dem ich die Richtlinien miteinander vergleiche, Gemeinsamkeiten herausarbeite, aber auch Leerstellen benenne und reflektiere, welcher Typus von Ethiktheorie jeweils verfolgt wird. Letztlich beschreibe ich auch, inwiefern die Richtlinien in der Praxis umgesetzt werden können. Das Paper ist bei arXiv als Preprint erschienen, kann unter diesem Link eingesehen werden und ist von der Technology Review zu den „most thought-provoking papers“ der dritten Märzwoche gerechnet worden. Anbei zudem das „Herzstück“ des Papers, die tabellarische Übersicht über die Ethik-Richtlinien und ihre einzelnen Aspekte.


Aufsatz über den Umgang mit IT-Unsicherheit

Beim de Gruyter Verlag ist jüngst ein Aufsatz erschienen, den ich 2016 geschrieben habe (ja, die Publikationsgeschwindigkeit in den Geisteswissenschaften ist niedrig). In diesem beschreibe ich Mediennutzungsstrategien, mithilfe derer man eine Art Resilienz gegenüber der allgegenwärtigen IT-Unsicherheit erlangen kann. Im Wesentlichen argumentiere ich, dass Mediennutzer sich eine Immunität gegenüber informationellen Kontrollverlustereignissen aneignen müssen. Der Aufsatz ist leider nicht kostenlos online einsehbar, dennoch hier der Link zum Buch.


Zuletzt…

… ist es durch aktuelle Schreibarbeiten etwas ruhiger geworden. Dennoch ist zwischenzeitlich ein Artikel zum Thema Virtual Reality, erschienen sowie ein nicht kostenlos einsehbares Interview zusammen mit meiner Kollegin Dr. Jessica Heesen in der Regionalpresse über Social Scoring. Ferner wurde ich Mitglied einer Abteilung der International Electrotechnical Commission (IEC), die sich u.a. mit ethischen Fragen von KI-Sytemen auseinandersetzt.

Paper zu Privacy

In der neuen Ausgabe des „Journal of Information Ethics“ ist mein Aufsatz „Privacy Literacy and Its Problems“ erschienen. Darin kritisiere ich das Konzept der Privatheitskompetenz aus verschiedenen Perspektiven. In Kurzform habe ich meine Überlegungen dazu ich in diesem Blog-Post festgehalten.

Neuer Aufsatz

Nach einigem Warten auf den Sammelband ist nun ein Text von mir erschienen, welcher nochmals eine Auskoppelung einiger Argumente aus meinem Buch Das Ende der Informationskontrolle darstellt. Der Aufsatz über den „Angriff“ digitaler Medien auf die Intimität kann  hier (mit entsprechendem Zugang) online nachgelesen werden.


Jahresabschluss

Für den letzten Vortrag in diesem Jahr war ich nochmal in Berlin, um bei der inzwischen achten Ausgabe des „Privacy, Datenschutz & Surveillance“-Workshops zu sprechen. In meinem Vortrag habe ich einmal mehr dafür plädiert, Privatheit als Mechanismus des Identitätsschutzes angesichts aktueller technischer Entwicklungen im Bereich der künstlichen Intelligenz weitestgehend aufzugeben, um stattdessen alles auf die Idee der genuin sozialen (und nicht nur algorithmischen) Diskriminierungsvermeidung zu fokussieren. Einen Konferenzbericht werde ich demnächst hier verlinken.

Vortrag bei Grüner Akademie

Die Partei Bündnis 90/Die Grünen will bis 2020 ein neues Grundsatzprogramm vorlegen. Um in diesem Prozess Impulse zu sammeln, hat der Kreisvorstand Tübingen eine „Grüne Akademie“ veranstaltet, bei der ich einen Vortrag zu neuen Fragen der Digitalisierung halten durfte. Über die Einladung zur Akademie habe ich mich sehr gefreut, schließlich können durch derartige Veranstaltungsformate, wie hier von den Grünen organisiert, wissenschaftliche Erkenntnisse dorthin fließen, wo sie vermutlich am meisten praktisch gebraucht werden – in der Politik.

Relevanzzumessung und kognitive Verzerrungen

Bei der Jahrestagung der Gesellschaft für Wissenschafts- und Technikforschung an der TU Berlin habe ich über den Einfluss kognitiver Verzerrungen auf die Relevanzzumessung bei digitalen sozialen Netzwerken gesprochen. Indem die Benutzeroberflächen jener Netzwerke insbesondere für eine impulsive Form der Mediennutzung optimiert sind, manifestieren sich im Nutzungsverhalten eine Reihe kognitiver Verzerrungen. Zu diesen gehörten beispielsweise der Bestätigungs- sowie der Verfügbarkeitsfehler, der Authority Bias, Third-Person-, Backfire-, Halo-, oder Mitläufer-Effekte und dergleichen mehr. Indem nun prädiktive Systeme in Form von Personalisierungsalgorithmen zum Einsatz kommen, werden in der Vergangenheit gezeigte kognitive Verzerrungen technisch „erlernt“ und verstetigt. Das Maschinenlernen führt so zu einer technischen Aushärtung und „Unsichtbarmachung“ kognitiver Fehlleistungen. In letzter Konsequenz hat dies zur Entstehung einer Reihe an gesellschaftspolitischen Großproblemen geführt, welche von der starken Verbreitung von Fake-News sowie emotional aufgeladenem, extremem Content über die politische Radikalisierung bis hin zur weitreichenden Vernichtung jeglicher streitkulturell gezügelten Diskursführung reichen.


Interview über Tracking

Für den Radiosender hr-Info bin ich jüngst zum Thema Web-Analytics und Tracking interviewt worden. Das Interview kann bei Interesse beim Sender oder direkt anbei nachgehört werden:

Informationsblasen

Im Zimmertheater in Tübingen habe ich beim Probenauftakt zum Thema „Paradies Heute“ über Informations- bzw. Filterblasen und die „Ökosysteme“ digitaler sozialer Netzwerke gesprochen, wobei ich einen groben Überblick über die aktuelle Forschung zu den Effekten von Informationsblasen gegeben habe. Der Probenauftakt sollte als Hinleitung zur Konzeption eines Theaterstücks dienen, welches zwischen dem 15. Dezember und 11. Januar aufgeführt werden wird.

Artikel über Netzprominenz

Für die neue Ausgabe der MedienConcret habe ich einen Text über die Entwicklungsgeschichte des Internets geschrieben, wobei ich einen besonderen Fokus auf die veränderte Dynamik der Entstehung von Prominenz im Kontext von digitalen sozialen Netzwerken gelegt habe. Der Text bzw. das Magazin richtet sich an Pädagogen und Medieninteressierte und kann online bezogen werden.

Jahreskonferenz des Forum Privatheit

An der Bayrischen Akademie der Wissenschaften fand die diesjährige Jahreskonferenz des Forum Privatheit unter dem Motto „Die Zukunft der Datenökonomie“ statt.  In meinem Vortrag habe ich skizziert, wie die Logik einer perfektionierten Werbemittelverbreitung zu Formen der Ausgestaltung der digitalen sozialen Netzwerke führt, welche eine ganze Reihe an negativen Medienwirkungen zeitigen. Anbei eine Aufzeichnung meines Vortrags.

Erfolgreicher Saisonabschluss

Bei der 22. ALB-GOLD Trophy, dem letzten Rennen dieser Saison, konnte ich nochmals einen Podiumsplatz erringen. Auf der Marathondistanz von 88 Kilometern kam ich mit einer Fahrzeit von 3 Stunden und 10 Minuten auf den dritten Platz in meiner Klasse. Sieger wurde mit einer unglaublich starken Leistung mein Teamkollege Martin Schätzl. Angesichts der eher schlechten Trainingsbedingungen in der Vorwoche bin ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden. (Fotos: Andrea Potratz)


Amsterdam Privacy Conference

Bei besagter Konferenz habe ich in einem Panel zum Thema der Wertschöpfung in Datenökonomien vorgetragen. Gesprochen habe ich unter anderem über Steemit, wobei ich die Art der Wertschöpfung auf der Subplattform Dtube kontrastiert habe mit Wertschöpfungsprozessen bei klassischen digitalen sozialen Netzwerken. Was unabhängig davon im Zusammenhang mit der Konferenz negativ auffiel, ist, dass die Firma Palantir – ein Hersteller von Überwachungssoftware – als einer der Hauptsponsoren der Konferenz fungiert. Privacy und Palantir? Das passt nicht wirklich zusammen. Eine eigenartige Entscheidung der Organisatoren.


Neue Aufsätze

In dem soeben erschienenen Sammelband Zur Fortentwicklung des Datenschutzes habe ich einen Aufsatz über Auslassungen und übersehene Aspekte innerhalb der Diskurses zur Privacy Literacy beleuchtet. Im selben Band bin ich ferner Co-Autor eines Aufsatzes über die sogenannte „Überwachungs-Gesamtrechnung“, bei welcher es um die Frage geht, ob ein gesetzlich definiertes Höchstmaß an Überwachungsmaßnahmen existiert. Der Sammelband kann bei Springer mit entsprechendem Uni-Zugang frei heruntergeladen werden.


Kritik der Praktischen Philosophie

Bei der VI. Tagung für Praktische Philosophie im schönen Salzburg habe ich kritisch über den Zustand ebenjener Praktischen Philosophie und der ihr angegliederten philosophischen Ethik gesprochen. Obgleich diesen Disziplinen eine enorme gesellschaftliche Relevanz zukommen könnte und sollte, dümpelt die akademische, normativ arbeitende Philosophie in ihrer eigenen Bedeutungslosigkeit herum. Die Gründe dafür sind unter anderem das hartnäckige Aufrechterhalten von hochredundanten Zitierkartellen rund um die einschlägigen Klassiker, die Xenophobie gegenüber anderen wissenschaftlichen Disziplinen beziehungsweise Interdisziplinarität im Allgemeinen, die weitreichende Unfähigkeit zu eigener empirischer Arbeit und vieles mehr. Damit, dass mein Vortrag dabei nicht nur auf Zustimmung, sondern ebenfalls auf teils emotionale Gegenkritik stieß, hatte ich gerechnet. Dennoch war ich froh, meine Überlegungen auf einer der wichtigsten Fachtagung der deutschsprachigen Philosophie vortragen zu können.


Watzmann

Nach langer Zeit wollte ich diese Woche endlich den Watzmann überschreiten. Ich hatte nicht viele Erwartungen, blickte mit vergleichsweise wenig Vorfreude auf die Tour. Sie bietet keine ernsthaften alpinistischen Schwierigkeiten und ist in der Regel ziemlich überlaufen. Dennoch – die Watzmann-Überschreitung muss man, gerade weil sie ein solcher Klassiker ist, einmal gemacht haben. Am Ende kam dann aber alles anders als erwartet und aus der einfachen Tour wurde ein riskantes und mal wieder gescheitertes Unterfangen. Tatsächlich gab es am Watzmann vor genau zwei Tagen einen ungewöhnlich frühen Wintereinbruch, welcher unter anderem dazu führte, dass die Bergwacht einen Bergsteiger retten musste. Seit dem hatten sich die Bedingungen quasi nicht verändert. Das Watzmannhaus hat geschlossen, auf der Überschreitung waren ab dem Hocheck keine Spuren mehr im Schnee. Dennoch begann ich die Gratpassage – ich wollte nicht unverrichteter Dinge wieder umkehren. Doch ohne Steigeisen sollte die eigentlich einfache Tour unfreiwillig gefährlich werden. Tritte und Griffe waren vielfach mit Eis überzogen, was teils aufwendiges Umklettern nötig machte, und Markierungen waren im Schnee oft nicht zu finden. So ging ich bis zur Mittelspitze, dem zwar höchsten Gipfel, welcher aber nur die Hälfte der Gratpassage markiert. Da der Weg dorthin aber extrem zeitaufwendig und riskant war, war ein Weitergehen nicht zuletzt aufgrund der Gefahr, auf eine komplett vereiste Kletterpassage zu treffen, sinnlos. Also brach ich die Überschreitung ab und kehrte „unverrichteter Dinge“ ins Tal zurück. Hätte ich bloß meine Steigeisen mitgenommen.