Rennen in Albstadt

An diesem Wochenende kamen die Besten der Besten in Albstadt zum MTB Worldcup. Im Rennen der Frauen belegte Lisa Brandau, seit dieser Saison meine sportliche Leiterin, den siebten Platz. Ein wahnsinnig gutes Ergebnis! Das Rennen kann hier nachgesehen werden. Ich selbst bin am Samstag beim GONSO-MTB-Classic gestartet und auf den sechsten Platz in meiner Klasse gefahren.

AR/VR-Konferenz

Für meinen letzten Vortrag bin ich einer Einladung an die Leopold-Franzens-Universität Innsbruck zur MWB 2019 „Augmentierte und virtuelle Wirklichkeiten“ gefolgt und habe nochmals darüber gesprochen, inwiefern gemeinnützige Initiativen VR-Technologien und immersive Medieninhalte für pro-soziale Zwecke nutzen können. Kritisch gesehen wird dabei häufig, dass VR-Medien ein illegitimes „Überwältigungs-Moment“ ausnutzen, was in meinen Augen jedoch insofern relativiert werden muss, als dass die allgemeinen Bedingungen aktueller Aufmerksamkeitsökonomien es geradezu notwendig machen, sich auf starke Medienwirkungen zu fokussieren, um bestimmte (pro-soziale, moralisch gerechtfertigte) Anliegen verfolgen zu können. Dies bedeutet nicht, dass Immersion Reflexion gänzlich ersetzen soll – je nach Kontext haben beide Seiten ihre Rechtfertigung.


Podiumsplatz verpasst

Genau wie im letzten Jahr startete die Saison mit der Schönbuch Trophy, meinem Heimrennen, und einem 4. Platz (schon wieder) in der Gesamtwertung. Durch eine anstrengende Dienstreise zuvor und dementsprechend fehlende Trainingseinheiten entschied ich mich für die Kurzstrecke, auf der jedoch schneller gefahren wurde und ich anfangs durch das hohe Tempo und die kalten Temperaturen teilweise Atemprobleme hatte. Ansonsten fiel mir auf, dass die neue Strecke im Vergleich zur alten Route etwas „charakterlos“ ist. Es geht relativ flach über zumeist einfache Trails, bei denen wenige Überholmöglichkeiten bestehen. Schade, dass die alte Strecke nicht beibehalten wurde.

Vortrag über Datenarbeit

Bei der Jahrestagung der Schweizerischen Gesellschaft für Kommunikations- und Medienwissenschaft – diesmal fand sie im schönen St. Gallen statt – habe ich über das Phänomen vorgetragen, dass Nutzer digitaler Medien zur „Datenarbeit“ genötigt werden, indem sie durch unscheinbare Microtasks – etwa indem sie Mails als Spam markieren, reCAPTCHA lösen, Bilder markieren, Übersetzungen verbessern etc. – unwissend Systeme der künstlichen Intelligenz verbessern. Faktisch ist die Intelligenz von Maschinen in weiten Teilen eine Akkumulation von durch Menschen gelösten kognitiven Kleinstaufgaben. Die beschriebenen Sachverhalte habe ich im Vortrag insbesondere aus einer gerechtigkeitstheoretischen Perspektive bewertet und dabei problematisiert, dass es großen IT-Unternehmen weitgehend unbemerkt gelungen ist, ein kapitalistisches Verwertungsgeschehen auf undurchsichtige und zumeist nicht-entlohnte Datenproduktions- und Indexierungsarbeiten auszudehnen.


Neuer Aufsatz – What AI (currently) can’t do

In AI & Society erschien jüngst mein neuer Aufsatz über aktuelle Limitationen und Herausforderungen bei der Entwicklung und Anwendung künstlicher Intelligenz. Der Aufsatz beschreibt in einer Übersicht fünfzehn verschiedene Bereiche, in denen methodologische, gesellschaftliche oder technologische „shortcomings“ aktueller KI-Technologie situiert sind. Eingesehen werden kann das Paper unter diesem Link.

Übersichtsartikel zur Ethik der künstlichen Intelligenz

Angesichts der Vielzahl an Richtlinien zur Ethik der künstlichen Intelligenz beziehungsweise des maschinellen Lernens habe ich einen Übersichtsartikel geschrieben, in dem ich die Richtlinien miteinander vergleiche, Gemeinsamkeiten herausarbeite, aber auch Leerstellen benenne und reflektiere, welcher Typus von Ethiktheorie jeweils verfolgt wird. Letztlich beschreibe ich auch, inwiefern die Richtlinien in der Praxis umgesetzt werden können. Das Paper ist bei arXiv als Preprint erschienen, kann unter diesem Link eingesehen werden und ist von der Technology Review zu den „most thought-provoking papers“ der dritten Märzwoche gerechnet worden. Anbei zudem das „Herzstück“ des Papers, die tabellarische Übersicht über die Ethik-Richtlinien und ihre einzelnen Aspekte.


Aufsatz über den Umgang mit IT-Unsicherheit

Beim de Gruyter Verlag ist jüngst ein Aufsatz erschienen, den ich 2016 geschrieben habe (ja, die Publikationsgeschwindigkeit in den Geisteswissenschaften ist niedrig). In diesem beschreibe ich Mediennutzungsstrategien, mithilfe derer man eine Art Resilienz gegenüber der allgegenwärtigen IT-Unsicherheit erlangen kann. Im Wesentlichen argumentiere ich, dass Mediennutzer sich eine Immunität gegenüber informationellen Kontrollverlustereignissen aneignen müssen. Der Aufsatz ist leider nicht kostenlos online einsehbar, dennoch hier der Link zum Buch.


Zuletzt…

… ist es durch aktuelle Schreibarbeiten etwas ruhiger geworden. Dennoch ist zwischenzeitlich ein Artikel zum Thema Virtual Reality, erschienen sowie ein nicht kostenlos einsehbares Interview zusammen mit meiner Kollegin Dr. Jessica Heesen in der Regionalpresse über Social Scoring. Ferner wurde ich Mitglied einer Abteilung der International Electrotechnical Commission (IEC), die sich u.a. mit ethischen Fragen von KI-Sytemen auseinandersetzt.

Paper zu Privacy

In der neuen Ausgabe des „Journal of Information Ethics“ ist mein Aufsatz „Privacy Literacy and Its Problems“ erschienen. Darin kritisiere ich das Konzept der Privatheitskompetenz aus verschiedenen Perspektiven. In Kurzform habe ich meine Überlegungen dazu ich in diesem Blog-Post festgehalten.

Neuer Aufsatz

Nach einigem Warten auf den Sammelband ist nun ein Text von mir erschienen, welcher nochmals eine Auskoppelung einiger Argumente aus meinem Buch Das Ende der Informationskontrolle darstellt. Der Aufsatz über den „Angriff“ digitaler Medien auf die Intimität kann  hier (mit entsprechendem Zugang) online nachgelesen werden.


Jahresabschluss

Für den letzten Vortrag in diesem Jahr war ich nochmal in Berlin, um bei der inzwischen achten Ausgabe des „Privacy, Datenschutz & Surveillance“-Workshops zu sprechen. In meinem Vortrag habe ich einmal mehr dafür plädiert, Privatheit als Mechanismus des Identitätsschutzes angesichts aktueller technischer Entwicklungen im Bereich der künstlichen Intelligenz weitestgehend aufzugeben, um stattdessen alles auf die Idee der genuin sozialen (und nicht nur algorithmischen) Diskriminierungsvermeidung zu fokussieren. Einen Konferenzbericht werde ich demnächst hier verlinken.

Vortrag bei Grüner Akademie

Die Partei Bündnis 90/Die Grünen will bis 2020 ein neues Grundsatzprogramm vorlegen. Um in diesem Prozess Impulse zu sammeln, hat der Kreisvorstand Tübingen eine „Grüne Akademie“ veranstaltet, bei der ich einen Vortrag zu neuen Fragen der Digitalisierung halten durfte. Über die Einladung zur Akademie habe ich mich sehr gefreut, schließlich können durch derartige Veranstaltungsformate, wie hier von den Grünen organisiert, wissenschaftliche Erkenntnisse dorthin fließen, wo sie vermutlich am meisten praktisch gebraucht werden – in der Politik.

Relevanzzumessung und kognitive Verzerrungen

Bei der Jahrestagung der Gesellschaft für Wissenschafts- und Technikforschung an der TU Berlin habe ich über den Einfluss kognitiver Verzerrungen auf die Relevanzzumessung bei digitalen sozialen Netzwerken gesprochen. Indem die Benutzeroberflächen jener Netzwerke insbesondere für eine impulsive Form der Mediennutzung optimiert sind, manifestieren sich im Nutzungsverhalten eine Reihe kognitiver Verzerrungen. Zu diesen gehörten beispielsweise der Bestätigungs- sowie der Verfügbarkeitsfehler, der Authority Bias, Third-Person-, Backfire-, Halo-, oder Mitläufer-Effekte und dergleichen mehr. Indem nun prädiktive Systeme in Form von Personalisierungsalgorithmen zum Einsatz kommen, werden in der Vergangenheit gezeigte kognitive Verzerrungen technisch „erlernt“ und verstetigt. Das Maschinenlernen führt so zu einer technischen Aushärtung und „Unsichtbarmachung“ kognitiver Fehlleistungen. In letzter Konsequenz hat dies zur Entstehung einer Reihe an gesellschaftspolitischen Großproblemen geführt, welche von der starken Verbreitung von Fake-News sowie emotional aufgeladenem, extremem Content über die politische Radikalisierung bis hin zur weitreichenden Vernichtung jeglicher streitkulturell gezügelten Diskursführung reichen.


Interview über Tracking

Für den Radiosender hr-Info bin ich jüngst zum Thema Web-Analytics und Tracking interviewt worden. Das Interview kann bei Interesse beim Sender oder direkt anbei nachgehört werden:

Informationsblasen

Im Zimmertheater in Tübingen habe ich beim Probenauftakt zum Thema „Paradies Heute“ über Informations- bzw. Filterblasen und die „Ökosysteme“ digitaler sozialer Netzwerke gesprochen, wobei ich einen groben Überblick über die aktuelle Forschung zu den Effekten von Informationsblasen gegeben habe. Der Probenauftakt sollte als Hinleitung zur Konzeption eines Theaterstücks dienen, welches zwischen dem 15. Dezember und 11. Januar aufgeführt werden wird.

Artikel über Netzprominenz

Für die neue Ausgabe der MedienConcret habe ich einen Text über die Entwicklungsgeschichte des Internets geschrieben, wobei ich einen besonderen Fokus auf die veränderte Dynamik der Entstehung von Prominenz im Kontext von digitalen sozialen Netzwerken gelegt habe. Der Text bzw. das Magazin richtet sich an Pädagogen und Medieninteressierte und kann online bezogen werden.

Jahreskonferenz des Forum Privatheit

An der Bayrischen Akademie der Wissenschaften fand die diesjährige Jahreskonferenz des Forum Privatheit unter dem Motto „Die Zukunft der Datenökonomie“ statt.  In meinem Vortrag habe ich skizziert, wie die Logik einer perfektionierten Werbemittelverbreitung zu Formen der Ausgestaltung der digitalen sozialen Netzwerke führt, welche eine ganze Reihe an negativen Medienwirkungen zeitigen. Anbei eine Aufzeichnung meines Vortrags.

Erfolgreicher Saisonabschluss

Bei der 22. ALB-GOLD Trophy, dem letzten Rennen dieser Saison, konnte ich nochmals einen Podiumsplatz erringen. Auf der Marathondistanz von 88 Kilometern kam ich mit einer Fahrzeit von 3 Stunden und 10 Minuten auf den dritten Platz in meiner Klasse. Sieger wurde mit einer unglaublich starken Leistung mein Teamkollege Martin Schätzl. Angesichts der eher schlechten Trainingsbedingungen in der Vorwoche bin ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden. (Fotos: Andrea Potratz)


Amsterdam Privacy Conference

Bei besagter Konferenz habe ich in einem Panel zum Thema der Wertschöpfung in Datenökonomien vorgetragen. Gesprochen habe ich unter anderem über Steemit, wobei ich die Art der Wertschöpfung auf der Subplattform Dtube kontrastiert habe mit Wertschöpfungsprozessen bei klassischen digitalen sozialen Netzwerken. Was unabhängig davon im Zusammenhang mit der Konferenz negativ auffiel, ist, dass die Firma Palantir – ein Hersteller von Überwachungssoftware – als einer der Hauptsponsoren der Konferenz fungiert. Privacy und Palantir? Das passt nicht wirklich zusammen. Eine eigenartige Entscheidung der Organisatoren.