Ans Limit

Nachdem sich vergangenen Sonntag endlich ein regenfreier Tag ohne akute Hitze ergab, konnte ich mal wieder länger Fahrrad fahren. Für alle, die an Ultraradmarathons interessiert sind, hier meine Erfahrungen: 400 Kilometer sind meiner Meinung nach das Limit, was sich unter normalen Bedingungen ohne Lampen und warme Kleidung für die Nacht- oder frühen Morgenstunden machen lässt. Will man noch größere Distanzen zurücklegen, muss man, um die Temperatur- und Helligkeitsdifferenzen ausgleichen zu können, mit mehr Equipment fahren, welches einen wiederum verlangsamt. Ich war alles in allem über 14 Stunden unterwegs, bei 13:43 Stunden Fahrzeit, was einem Schnitt von 29,3 km/h entspricht. Die restliche Zeit verliert man an Ampeln und Kreuzungen, durch Pinkelpausen oder Stopps an Tankstellen, um Wasser und Zucker nachzufüllen. Letzteren nimmt man – zumindest meiner Erfahrung nach – eher in zu großen Mengen auf. Häufig ist die intuitive, aber falsche Reaktion auf Erschöpfungssymptome, Kohlehydrate zuzuführen. So „blockiert“ man aber eher den Magen, während faktisch die Glykogenspeicher ausreichend gefüllt sind. Apropos Erschöpfungssymptome. Diese äußern sich auf verschiedene Weise, verschwinden aber erstaunlicherweise wieder während der Fahrt. Ich hatte mein erstes Tief bereits nach 120 Kilometern, nur um dann ab Kilometer 160 richtig „aufdrehen“ zu können. Bei 310 Kilometern hatte ich die größte „Krise“ mit Kopfschmerzen, Atemproblemen und „streikender“ Muskulatur. Doch selbst das ging vorbei. Die letzten 50 Kilometer konnte ich ohne Beschwerden bei untergehender Sonne abspulen.


Neuer Aufsatz

Zuletzt erschien im Journal „Ethics and Information Technology“ mein neues Paper „From privacy to anti-discrimination in times of machine learning“. Das Paper liegt mir besonders am Herzen, da es versucht, zu zeigen, warum die Idee der informationellen Privatheit angesichts von Technologien wie dem maschinellen Lernen nahezu obsolet ist – ein Gedanke, der in der Privacy-Forschung häufig nicht zugelassen wird – und wir andere Formen des Identitätsschutzes gesellschaftlich etablieren müssen. Der Artikel kann hier (mit Uni-VPN) oder hier (ohne Uni-VPN) nachgelesen werden.

Erster Saisonsieg

Endlich hat es geklappt. Auf der Kurzstrecke des Heckengäu Bike Marathons konnte ich auf den ersten Platz in der Gesamtwertung fahren und meinen Sieg vom Vorjahr wiederholen. Nachdem ich nach etwa der Hälfte der Distanz durch einen Angriff am Anstieg etwas Abstand zu meinen Verfolgern gewinnen konnte, musste ich mich auf der matschigen Strecke ordentlich quälen, um den Vorsprung ins Ziel zu bringen. Danke an die Veranstalter für das tolle Rennen!

Wettkampf oder Kooperation

Für den Webauftritt des Wissenschaftsjahres 2019 zum Thema künstliche Intelligenz habe ich einen kurzen Artikel über die Rhetorik und Rahmung der entsprechenden Technikentwicklung geschrieben, der bei Interesse hier nachgelesen werden kann.

AI Governance

An der Universität in Hongkong wurde jüngst eine Konferenz zur Ethik und Governance von KI-Systemen veranstaltet, zu der ich eingeladen wurde. Im Sinne der Bewahrung einer guten Klimabilanz habe ich den Vortrag allerdings per Skype gehalten. Es war dennoch schön, virtuell bei der Konferenz dabei zu sein. Ein Ergebnis derselben ist zudem ein Übersichtspaper über verschiedene AI Governance Initiativen, an dem ich mitgewirkt habe. Der Text ist als Preprint verfügbar oder kann über folgenden Link eingesehen werden.

VR Festival

In Hamburg fand zuletzt das VRHAM! statt, ein Festival zum Thema VR und Kunst. Ich wurde eingeladen, bei einer Podiumsdiskussion mitzuwirken, bei der es um die gesellschaftlichen Folgen des Technologieeinsatzes ging. Auffällig ist, dass der VR-Hype inzwischen abgeklungen ist. Die Technologie befindet sich in einer langsamen Evolution, bei der kleine, fast unmerkliche Fortschritte – wie sie etwa an der jüngst erschienenen Oculus Quest abgelesen werden können – dazu führen, dass VR sukzessive alltagstauglicher und benutzerfreundlicher wird.


Besuch am CERN

Zuletzt wurde ich nach Genf eingeladen, um bei einer Konferenz über Big Data in der Medizin zum Thema KI-Ethik vorzutragen. Obwohl die Konferenz am CERN stattfand, wurde ich nicht von einem schwarzen Loch eingesaugt. Demnächst wird ein White Paper zur Konferenz erscheinen, dass ich an dieser Stelle verlinken werde.


Herausforderung

So richtig erfolgreich ist die Rennsaison bislang noch nicht. Beim letzten Rennen in Bad Wildbad wurde ich auf der technisch sehr anspruchsvollen Strecke in der Hauptklasse fünfter und fuhr damit wieder am Podium vorbei. Am Sonntag habe ich daher auf ein weiteres Rennen verzichtet und mir selbst eine Herausforderung gestellt: 300 Kilometer (oder mehr) mit einem Schnitt über 30 km/h zu fahren. Ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, die Tour – sie ging abermals an den Bodensee – nicht noch am Folgetag in den Beinen gespürt zu haben…


Algorithmische Diskriminierung

Das Thema der algorithmischen Diskriminierung wird seit längerem intensiv diskutiert, und auch ich habe vor einiger Zeit einen Aufsatz dazu geschrieben, der nun in der Österreichischen Zeitschrift für Soziologie erschienen ist und bei Interesse hier nachgelesen werden kann.

Rennen in Albstadt

An diesem Wochenende kamen die Besten der Besten in Albstadt zum MTB Worldcup. Im Rennen der Frauen belegte Lisa Brandau, seit dieser Saison meine sportliche Leiterin, den siebten Platz. Ein wahnsinnig gutes Ergebnis! Das Rennen kann hier nachgesehen werden. Ich selbst bin am Samstag beim GONSO-MTB-Classic gestartet und auf den sechsten Platz in meiner Klasse gefahren.

AR/VR-Konferenz

Für meinen letzten Vortrag bin ich einer Einladung an die Leopold-Franzens-Universität Innsbruck zur MWB 2019 „Augmentierte und virtuelle Wirklichkeiten“ gefolgt und habe nochmals darüber gesprochen, inwiefern gemeinnützige Initiativen VR-Technologien und immersive Medieninhalte für pro-soziale Zwecke nutzen können. Kritisch gesehen wird dabei häufig, dass VR-Medien ein illegitimes „Überwältigungs-Moment“ ausnutzen, was in meinen Augen jedoch insofern relativiert werden muss, als dass die allgemeinen Bedingungen aktueller Aufmerksamkeitsökonomien es geradezu notwendig machen, sich auf starke Medienwirkungen zu fokussieren, um bestimmte (pro-soziale, moralisch gerechtfertigte) Anliegen verfolgen zu können. Dies bedeutet nicht, dass Immersion Reflexion gänzlich ersetzen soll – je nach Kontext haben beide Seiten ihre Rechtfertigung.


Podiumsplatz verpasst

Genau wie im letzten Jahr startete die Saison mit der Schönbuch Trophy, meinem Heimrennen, und einem 4. Platz (schon wieder) in der Gesamtwertung. Durch eine anstrengende Dienstreise zuvor und dementsprechend fehlende Trainingseinheiten entschied ich mich für die Kurzstrecke, auf der jedoch schneller gefahren wurde und ich anfangs durch das hohe Tempo und die kalten Temperaturen teilweise Atemprobleme hatte. Ansonsten fiel mir auf, dass die neue Strecke im Vergleich zur alten Route etwas „charakterlos“ ist. Es geht relativ flach über zumeist einfache Trails, bei denen wenige Überholmöglichkeiten bestehen. Schade, dass die alte Strecke nicht beibehalten wurde.

Vortrag über Datenarbeit

Bei der Jahrestagung der Schweizerischen Gesellschaft für Kommunikations- und Medienwissenschaft – diesmal fand sie im schönen St. Gallen statt – habe ich über das Phänomen vorgetragen, dass Nutzer digitaler Medien zur „Datenarbeit“ genötigt werden, indem sie durch unscheinbare Microtasks – etwa indem sie Mails als Spam markieren, reCAPTCHA lösen, Bilder markieren, Übersetzungen verbessern etc. – unwissend Systeme der künstlichen Intelligenz verbessern. Faktisch ist die Intelligenz von Maschinen in weiten Teilen eine Akkumulation von durch Menschen gelösten kognitiven Kleinstaufgaben. Die beschriebenen Sachverhalte habe ich im Vortrag insbesondere aus einer gerechtigkeitstheoretischen Perspektive bewertet und dabei problematisiert, dass es großen IT-Unternehmen weitgehend unbemerkt gelungen ist, ein kapitalistisches Verwertungsgeschehen auf undurchsichtige und zumeist nicht-entlohnte Datenproduktions- und Indexierungsarbeiten auszudehnen.


Neuer Aufsatz – What AI (currently) can’t do

In AI & Society erschien jüngst mein neuer Aufsatz über aktuelle Limitationen und Herausforderungen bei der Entwicklung und Anwendung künstlicher Intelligenz. Der Aufsatz beschreibt in einer Übersicht fünfzehn verschiedene Bereiche, in denen methodologische, gesellschaftliche oder technologische „shortcomings“ aktueller KI-Technologie situiert sind. Eingesehen werden kann das Paper unter diesem Link.

Übersichtsartikel zur Ethik der künstlichen Intelligenz

Angesichts der Vielzahl an Richtlinien zur Ethik der künstlichen Intelligenz beziehungsweise des maschinellen Lernens habe ich einen Übersichtsartikel geschrieben, in dem ich die Richtlinien miteinander vergleiche, Gemeinsamkeiten herausarbeite, aber auch Leerstellen benenne und reflektiere, welcher Typus von Ethiktheorie jeweils verfolgt wird. Letztlich beschreibe ich auch, inwiefern die Richtlinien in der Praxis umgesetzt werden können. Das Paper ist bei arXiv als Preprint erschienen, kann unter diesem Link eingesehen werden und ist von der Technology Review zu den „most thought-provoking papers“ der dritten Märzwoche gerechnet worden. Anbei zudem das „Herzstück“ des Papers, die tabellarische Übersicht über die Ethik-Richtlinien und ihre einzelnen Aspekte.


Aufsatz über den Umgang mit IT-Unsicherheit

Beim de Gruyter Verlag ist jüngst ein Aufsatz erschienen, den ich 2016 geschrieben habe (ja, die Publikationsgeschwindigkeit in den Geisteswissenschaften ist niedrig). In diesem beschreibe ich Mediennutzungsstrategien, mithilfe derer man eine Art Resilienz gegenüber der allgegenwärtigen IT-Unsicherheit erlangen kann. Im Wesentlichen argumentiere ich, dass Mediennutzer sich eine Immunität gegenüber informationellen Kontrollverlustereignissen aneignen müssen. Der Aufsatz ist leider nicht kostenlos online einsehbar, dennoch hier der Link zum Buch.


Zuletzt…

… ist es durch aktuelle Schreibarbeiten etwas ruhiger geworden. Dennoch ist zwischenzeitlich ein Artikel zum Thema Virtual Reality, erschienen sowie ein nicht kostenlos einsehbares Interview zusammen mit meiner Kollegin Dr. Jessica Heesen in der Regionalpresse über Social Scoring. Ferner wurde ich Mitglied einer Abteilung der International Electrotechnical Commission (IEC), die sich u.a. mit ethischen Fragen von KI-Sytemen auseinandersetzt.

Paper zu Privacy

In der neuen Ausgabe des „Journal of Information Ethics“ ist mein Aufsatz „Privacy Literacy and Its Problems“ erschienen. Darin kritisiere ich das Konzept der Privatheitskompetenz aus verschiedenen Perspektiven. In Kurzform habe ich meine Überlegungen dazu ich in diesem Blog-Post festgehalten.

Neuer Aufsatz

Nach einigem Warten auf den Sammelband ist nun ein Text von mir erschienen, welcher nochmals eine Auskoppelung einiger Argumente aus meinem Buch Das Ende der Informationskontrolle darstellt. Der Aufsatz über den „Angriff“ digitaler Medien auf die Intimität kann  hier (mit entsprechendem Zugang) online nachgelesen werden.


Jahresabschluss

Für den letzten Vortrag in diesem Jahr war ich nochmal in Berlin, um bei der inzwischen achten Ausgabe des „Privacy, Datenschutz & Surveillance“-Workshops zu sprechen. In meinem Vortrag habe ich einmal mehr dafür plädiert, Privatheit als Mechanismus des Identitätsschutzes angesichts aktueller technischer Entwicklungen im Bereich der künstlichen Intelligenz weitestgehend aufzugeben, um stattdessen alles auf die Idee der genuin sozialen (und nicht nur algorithmischen) Diskriminierungsvermeidung zu fokussieren. Einen Konferenzbericht werde ich demnächst hier verlinken.