Relevanzzumessung und kognitive Verzerrungen

Bei der Jahrestagung der Gesellschaft für Wissenschafts- und Technikforschung an der TU Berlin habe ich über den Einfluss kognitiver Verzerrungen auf die Relevanzzumessung bei digitalen sozialen Netzwerken gesprochen. Indem die Benutzeroberflächen jener Netzwerke insbesondere für eine impulsive Form der Mediennutzung optimiert sind, manifestieren sich im Nutzungsverhalten eine Reihe kognitiver Verzerrungen. Zu diesen gehörten beispielsweise der Bestätigungs- sowie der Verfügbarkeitsfehler, der Authority Bias, Third-Person-, Backfire-, Halo-, oder Mitläufer-Effekte und dergleichen mehr. Indem nun prädiktive Systeme in Form von Personalisierungsalgorithmen zum Einsatz kommen, werden in der Vergangenheit gezeigte kognitive Verzerrungen technisch „erlernt“ und verstetigt. Das Maschinenlernen führt so zu einer technischen Aushärtung und „Unsichtbarmachung“ kognitiver Fehlleistungen. In letzter Konsequenz hat dies zur Entstehung einer Reihe an gesellschaftspolitischen Großproblemen geführt, welche von der starken Verbreitung von Fake-News sowie emotional aufgeladenem, extremem Content über die politische Radikalisierung bis hin zur weitreichenden Vernichtung jeglicher streitkulturell gezügelten Diskursführung reichen.


Interview über Tracking

Für den Radiosender hr-Info bin ich jüngst zum Thema Web-Analytics und Tracking interviewt worden. Das Interview kann bei Interesse beim Sender oder direkt anbei nachgehört werden:

Informationsblasen

Im Zimmertheater in Tübingen habe ich beim Probenauftakt zum Thema „Paradies Heute“ über Informations- bzw. Filterblasen und die „Ökosysteme“ digitaler sozialer Netzwerke gesprochen, wobei ich einen groben Überblick über die aktuelle Forschung zu den Effekten von Informationsblasen gegeben habe. Der Probenauftakt sollte als Hinleitung zur Konzeption eines Theaterstücks dienen, welches zwischen dem 15. Dezember und 11. Januar aufgeführt werden wird.

Artikel über Netzprominenz

Für die neue Ausgabe der MedienConcret habe ich einen Text über die Entwicklungsgeschichte des Internets geschrieben, wobei ich einen besonderen Fokus auf die veränderte Dynamik der Entstehung von Prominenz im Kontext von digitalen sozialen Netzwerken gelegt habe. Der Text bzw. das Magazin richtet sich an Pädagogen und Medieninteressierte und kann online bezogen werden.

Jahreskonferenz des Forum Privatheit

An der Bayrischen Akademie der Wissenschaften fand die diesjährige Jahreskonferenz des Forum Privatheit unter dem Motto „Die Zukunft der Datenökonomie“ statt.  In meinem Vortrag habe ich skizziert, wie die Logik einer perfektionierten Werbemittelverbreitung zu Formen der Ausgestaltung der digitalen sozialen Netzwerke führt, welche eine ganze Reihe an negativen Medienwirkungen zeitigen. Anbei eine Aufzeichnung meines Vortrags.

Erfolgreicher Saisonabschluss

Bei der 22. ALB-GOLD Trophy, dem letzten Rennen dieser Saison, konnte ich nochmals einen Podiumsplatz erringen. Auf der Marathondistanz von 88 Kilometern kam ich mit einer Fahrzeit von 3 Stunden und 10 Minuten auf den dritten Platz in meiner Klasse. Sieger wurde mit einer unglaublich starken Leistung mein Teamkollege Martin Schätzl. Angesichts der eher schlechten Trainingsbedingungen in der Vorwoche bin ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden. (Fotos: Andrea Potratz)


Amsterdam Privacy Conference

Bei besagter Konferenz habe ich in einem Panel zum Thema der Wertschöpfung in Datenökonomien vorgetragen. Gesprochen habe ich unter anderem über Steemit, wobei ich die Art der Wertschöpfung auf der Subplattform Dtube kontrastiert habe mit Wertschöpfungsprozessen bei klassischen digitalen sozialen Netzwerken. Was unabhängig davon im Zusammenhang mit der Konferenz negativ auffiel, ist, dass die Firma Palantir – ein Hersteller von Überwachungssoftware – als einer der Hauptsponsoren der Konferenz fungiert. Privacy und Palantir? Das passt nicht wirklich zusammen. Eine eigenartige Entscheidung der Organisatoren.


Neue Aufsätze

In dem soeben erschienenen Sammelband Zur Fortentwicklung des Datenschutzes habe ich einen Aufsatz über Auslassungen und übersehene Aspekte innerhalb der Diskurses zur Privacy Literacy beleuchtet. Im selben Band bin ich ferner Co-Autor eines Aufsatzes über die sogenannte „Überwachungs-Gesamtrechnung“, bei welcher es um die Frage geht, ob ein gesetzlich definiertes Höchstmaß an Überwachungsmaßnahmen existiert. Der Sammelband kann bei Springer mit entsprechendem Uni-Zugang frei heruntergeladen werden.


Kritik der Praktischen Philosophie

Bei der VI. Tagung für Praktische Philosophie im schönen Salzburg habe ich kritisch über den Zustand ebenjener Praktischen Philosophie und der ihr angegliederten philosophischen Ethik gesprochen. Obgleich diesen Disziplinen eine enorme gesellschaftliche Relevanz zukommen könnte und sollte, dümpelt die akademische, normativ arbeitende Philosophie in ihrer eigenen Bedeutungslosigkeit herum. Die Gründe dafür sind unter anderem das hartnäckige Aufrechterhalten von hochredundanten Zitierkartellen rund um die einschlägigen Klassiker, die Xenophobie gegenüber anderen wissenschaftlichen Disziplinen beziehungsweise Interdisziplinarität im Allgemeinen, die weitreichende Unfähigkeit zu eigener empirischer Arbeit und vieles mehr. Damit, dass mein Vortrag dabei nicht nur auf Zustimmung, sondern ebenfalls auf teils emotionale Gegenkritik stieß, hatte ich gerechnet. Dennoch war ich froh, meine Überlegungen auf einer der wichtigsten Fachtagung der deutschsprachigen Philosophie vortragen zu können.


Watzmann

Nach langer Zeit wollte ich diese Woche endlich den Watzmann überschreiten. Ich hatte nicht viele Erwartungen, blickte mit vergleichsweise wenig Vorfreude auf die Tour. Sie bietet keine ernsthaften alpinistischen Schwierigkeiten und ist in der Regel ziemlich überlaufen. Dennoch – die Watzmann-Überschreitung muss man, gerade weil sie ein solcher Klassiker ist, einmal gemacht haben. Am Ende kam dann aber alles anders als erwartet und aus der einfachen Tour wurde ein riskantes und mal wieder gescheitertes Unterfangen. Tatsächlich gab es am Watzmann vor genau zwei Tagen einen ungewöhnlich frühen Wintereinbruch, welcher unter anderem dazu führte, dass die Bergwacht einen Bergsteiger retten musste. Seit dem hatten sich die Bedingungen quasi nicht verändert. Das Watzmannhaus hat geschlossen, auf der Überschreitung waren ab dem Hocheck keine Spuren mehr im Schnee. Dennoch begann ich die Gratpassage – ich wollte nicht unverrichteter Dinge wieder umkehren. Doch ohne Steigeisen sollte die eigentlich einfache Tour unfreiwillig gefährlich werden. Tritte und Griffe waren vielfach mit Eis überzogen, was teils aufwendiges Umklettern nötig machte, und Markierungen waren im Schnee oft nicht zu finden. So ging ich bis zur Mittelspitze, dem zwar höchsten Gipfel, welcher aber nur die Hälfte der Gratpassage markiert. Da der Weg dorthin aber extrem zeitaufwendig und riskant war, war ein Weitergehen nicht zuletzt aufgrund der Gefahr, auf eine komplett vereiste Kletterpassage zu treffen, sinnlos. Also brach ich die Überschreitung ab und kehrte „unverrichteter Dinge“ ins Tal zurück. Hätte ich bloß meine Steigeisen mitgenommen.


Medienpsychologie und Smartphones

An einer Schule in München habe ich vor den Schülern der 11. und 12. Klassen einen Vortrag über die medienpsychologischen Hintergründe des Gebrauchs von Smartphones und Social-Media-Plattformen gehalten. Da es mir stets ein Anliegen ist, wissenschaftliche Erkenntnisse auch in nicht-akademischen Kontexten teilen zu können, hat mich die Einladung nach München sehr gefreut.

Mittagspitze, Rauhhorn etc.

Wohl ein echter Geheimtipp für Bergtouren ist das Tal zwischen den Pfannhölzern und der Heubatspitze. Dort findet sich keine Menschenseele, weil kein markierter Weg auf einen der bekannten Gipfel führt. Stattdessen kann man an so unbekannten Orten wie etwa dem Gratturm der Mittagspitze wunderbar einsam herumklettern. Dies gilt wohl weniger für das Rauhhorn, einen tags zuvor über den einfachen Normalweg von mir überquerten Gipfel. Dennoch ist das Naturerlebnis in den Allgäuer Alpen immer wieder großartig.


Höfats-Überschreitung

Bei unserem ersten Versuch an der Höfats ist es uns nicht gelungen, die Route  zum Westgipfel zu finden. Dabei konnte ich es freilich nicht belassen und ging diese Woche nochmals zum Berg. Da ich alleine unterwegs war und im Vorfeld einige nicht gerade „beruhigende“ Berichte über die Kletterstellen und tödliche Abstürze an der Höfats gelesen hatte, hatte ich einen gewissen Respekt vor der Tour. Nachdem ich die Überschreitung aber geschafft hatte, blicke ich nun etwas „nüchterner“ auf die Tour zurück. Wenngleich die Route entlang der Gratschneide der vier Gipfel sehr ausgesetzt ist, gibt es an keiner Stelle sonderlich heikle Passagen. Einige Kletterzüge beim Aufschwung zum Ostgipfel gelten gemeinhin als Schlüsselstelle, was ich jedoch nicht teile. Aus meiner Sicht die größten Schwierigkeiten bestehen beim Aufstieg zum Westgipfel ab der Höfatsgufel. Hier gibt es keine klare Route, der Fels ist sehr brüchig und das Gras häufig zu dürftig, um den Pickel zur Sicherung einsetzen zu können. Einen Fehltritt sollte man sich dennoch auf der gesamten Überschreitung nicht leisten. Alles in allem eine tolle Tour und ein wunderschöner Berg, an welchem ich sicherlich nicht das letzte Mal gewesen bin. Für Interessierte gibt es von zwei anderen, einheimischen Bergsteigern hier ein nettes Video der Überschreitung.


Schwarzwald Bike Marathon

Obwohl ich beim Schwarzwald Bike Marathon lediglich auf den 22. Platz – und in der Klasse Rang 9 – gefahren bin, werte ich das Rennen als Erfolg. Das Fahrerfeld umfasste 300 Starter und war sehr gut besetzt, sodass selbst der Deutsche Meister „nur“ den dritten Platz erreichte. Für meine Verhältnisse habe ich während der etwas mehr als dreieinhalb Stunden Rennzeit alles gegeben, was die Beine hergegeben haben.

Girenspitz und Sächsmoor

Der Girenspitz ist sicherlich einer der eindrücklichsten Berge, die ich je gesehen habe. Der steile Gipfelaufbau stellt in seiner Besteigung definitiv kein leichtes Unternehmen dar. Nur fünf Eintragungen hat das Gipfelbuch in diesem Jahr. Erst 2015 stürzte ein Bergsteiger tödlich in die Tiefe. Ähnlich einschüchternd wie der Girenspitz ist der Sächsmoor. Obwohl der Berg von seiner Form her eine gänzlich andere Charakteristik hat, sind die Routen ebenfalls sehr ausgesetzt und anspruchsvoll. Die Tour zu den beiden Berggipfeln war für mich das bisherige Highlight der Saison.


Himmelhorn

Die Route zum Himmelhorn, einem Gipfel in den Allgäuer Alpen, bietet mit seinen steilen Grasflanken die Möglichkeit für eine beeindruckende Klettertour, welche nahezu durchweg durch sehr ausgesetztes Gelände führt. Vom Himmelhorn aus gingen wir zudem über den Grat bis zum angrenzenden Gipfel des Schneck. Während der Tour hat man einen unvergleichlichen Blick auf die Höfats, an welcher wir demnächst einen neuen Versuch wagen werden.


Neuer Aufsatz zum Maschinenlernen

Unter dem Titel „Rassistische Maschinen – Übertragungsprozesse von Wertorientierungen zwischen Gesellschaft und Technik“ ist im Springer Verlag ein neuer Aufsatz von mir erschienen. Darin untersuche ich, wie Rassismus, welcher zuerst einmal ein genuin soziales Phänomen ist, über verschiedene Übersetzungsprozesse hinweg in die Funktionsweise informationstechnischer Systeme einfließt. Das Fazit des Aufsatzes lautet, dass es einer kritischen Reflexion von (Trainings-)Datensätzen, welche im Kontext des maschinellen Lernens zum Einsatz kommen, bedarf.

Nordschwarzwald Trophy

Zum wiederholten Male in dieser Saison habe ich eine Podiumsplatzierung verpasst. Bei der Nordschwarzwald Trophy wurde ich vierter in der Gesamtwertung. Das Rennen hatte diverse technisch sehr anspruchsvolle Trails, sodass ich froh bin, nicht gestürzt zu sein. Dennoch hätte ich mit etwas mehr Risiko den dritten Platz vielleicht erreichen können.

Gehrenspitze Ostgrat

Letzte Woche habe ich zum zweiten Mal die Gipfel der Gehrenspitze besucht. Wenn man die mitunter etwas schwierig zu verfolgende Route über den Ostgrat erfolgreich findet, bietet der Berg einem eine wunderbare Tour mit Gras- und Felskletterei und toller Aussicht auf die umliegenden Berge.