Ende der Rennsaison

Es war nicht die beste Saison, dennoch konnte ich konstant und ohne schlimmere Stürze oder Verletzungen gute Ergebnisse einfahren. Zum Saisonabschluss standen die MTB-Challenge Illmensee und die ALB GOLD Trophy auf dem Programm, bei denen ich den 6. Gesamt- bzw. den 5. Platz der Altersklasse erlangte. Danke an mein Team und insbesondere an Michael für die Unterstützung und Begleitung durch die Saison!


Klickarbeit

In diesem Jahr hatte ich bereits einiges Pech bei der Zusammenarbeit mit Medien. Ein Beispiel: Das Magazin „Technology Review“ sagte mir vor vielen Monaten, als das Thema noch kaum präsent war, zu, einen Text über prekäre Labelarbeit im Kontext der Entwicklung von KI-Systemen zu veröffentlichen. Als der Text dann im Juli endlich erscheinen sollte, wird das Thema plötzlich an eine Journalistin abgegeben, die einen neuen Artikel schreibt. In diesem sind zwar noch Interviewschnipsel von mir erhalten, mehr aber nicht. Der Artikel kann hier (kostenpflichtig) nachgelesen werden. Meinen ursprünglichen Text gibt’s in meinem Blog.

Wieder zur Höfats

Da meine bisherigen Höfats-Artikel aus irgendeinem Grund sehr gute Aufrufzahlen haben, folgt hier ein weiterer, in dem ich von meiner letzten Überschreitung mit der Variante über den Reitgrat berichten kann. Bei der Überschreitung vom West- zum Ostgipfel wird der Reitgrat zumeist unterhalb umgangen, man kann aber mit entsprechendem Nervenkostüm auch direkt über ihn hinwegklettern. Dazu folgt man in der Scharte zwischen West- und Mittelgipfel entweder den leichten Trittspuren direkt am Grat – oder man klettert, von Richtung Gufel kommend, über die extrem steile südseitige Grasrippe von unten an den Grat heran. Auf dem Reitgrat kann man sich, wie auf dem Foto gezeigt, tatsächlich nur sitzend fortbewegen, während rechts und links die Bergflanken steil abfallen. Hier sollte man eine stabile Hose besitzen. Nach dem Reitgrat folgt ein weiterer ausgesetzter Kletteraufschwung im dritten Grad, bei dem man sich einige Zeit lassen muss, um die wenigen möglichen Tritte und Griffe im Fels zu finden. Alles in allem gehört die Höfats-Überschreitung, zumal in der Variante mit dem Reitgrat, vermutlich zu den eindrucksvollsten und schönsten Touren, die man – entsprechende Erfahrung vorausgesetzt – in den Allgäuer Alpen erleben kann.


Neuer Aufsatz

Zuletzt erschien in einem Sammelband ein neuer Aufsatz, in dem ich beschreibe, wie Veränderungen im Design von Benutzeroberflächen einschlägiger Social Media Plattformen aussehen könnten, um eine Reihe an negativen Medienwirkungen – sei dies die starke Verbreitung von Fake-News, die Erzeugung von suchtartiger Mediennutzung oder Kommunikationsstress – vermeiden oder reduzieren zu können. Der Aufsatz kann mit entsprechendem Uni-VPN hier oder via Sci-Hub hier nachgelesen werden.

Everesting

Wie angekündigt nochmals ein Post zum Everesting. Zwischenzeitlich ist ein kleiner Bericht im SWR Fernsehen erschienen, den ich unten eingebettet habe. Auch im Radio (SWR1/3/4, DASDING) wurde berichtet, allerdings haben die Sender keine Mediatheken, in der die Beiträge gespeichert sind. Einen Artikel in der Regionalpresse gibt es ebenfalls, dieser ist allerdings hinter der Paywall.

Everesting für den guten Zweck

Die Idee, die dem „Everesting“ zugrunde liegt, ist simpel: „[…] cycle up and down a hill until you’ve tallied 8,848m of ascent – the height of Mount Everest. The reality is a relentless endurance battle that’ll push you to your physical and mental limits.“ (redbull.com) Das musste ich natürlich ausprobieren. Gleichzeitig wollte ich die Unternehmung verknüpfen mit der Botschaft, dass eine vegane Ernährung nicht nur für die Erbringung sportlicher Höchstleistungen ideal ist. Mit ihr lässt sich zugleich immenses Tierleid verhindern, darüber hinaus ist sie eine der wichtigsten Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen. Ich freue mich, dass das Everesting so erfolgreich gelungen ist sowie über die mediale Begleitung, die ich währenddessen hatte. Danke auch an alle, die mich an der Strecke unterstützt haben! Links zu den Berichten poste ich später bzw. sobald sie erschienen sind.


Puh…

Für die Besten im Ultrasport ist es keine große Herausforderung, für mich als jemanden, der auf kürzere Belastungen spezialisiert ist, war es ziemlich heftig: 500 Kilometer mit dem Rennrad, an einem Stück. Morgens um 4 Uhr ging es los, die ersten 150 Kilometer nüchtern, mit Lampen und warmer Kleidung einmal das Neckartal Richtung Rottweil hoch und runter und zurück nach Hause, um dort einen guten Batzen Müsli zu verschlingen. Mit leichter Kleidung wieder ins Neckartal, dieselbe Strecke rauf und runter, mit einem Abstecher durchs Nagoldtal nach Pforzheim und zurück. 420 Kilometer hatte ich beisammen, bevor es wieder dunkel wurde – also zurück nach Hause und ein paar Kalorien und Flüssigkeit tanken. Die letzten 80 Kilometer dann erneut mit warmer Kleidung und Lampen durchs Neckartal in Richtung Nürtingen. In den späten Abendstunden, als die Straßen schon wie leergefegt waren, waren die 500 Kilometer dann endlich beisammen, nach über 18 Stunden. Im Rückblick auf die Tour und mit dem Wissen insbesondere um die mentalen Herausforderungen, die mit solchen Strecken verbunden sind, habe ich noch größeren Respekt vor den Leistungen von Fahrern wie Mark Beaumont, Pierre Bischoff, Fiona Kolbinger etc. gewonnen.


Ans Limit

Nachdem sich vergangenen Sonntag endlich ein regenfreier Tag ohne akute Hitze ergab, konnte ich mal wieder länger Fahrrad fahren. Für alle, die an Ultraradmarathons interessiert sind, hier meine Erfahrungen: 400 Kilometer sind meiner Meinung nach das Limit, was sich unter normalen Bedingungen ohne Lampen und warme Kleidung für die Nacht- oder frühen Morgenstunden machen lässt. Will man noch größere Distanzen zurücklegen, muss man, um die Temperatur- und Helligkeitsdifferenzen ausgleichen zu können, mit mehr Equipment fahren, welches einen wiederum verlangsamt. Ich war alles in allem über 14 Stunden unterwegs, bei 13:43 Stunden Fahrzeit, was einem Schnitt von 29,3 km/h entspricht. Die restliche Zeit verliert man an Ampeln und Kreuzungen, durch Pinkelpausen oder Stopps an Tankstellen, um Wasser und Zucker nachzufüllen. Letzteren nimmt man – zumindest meiner Erfahrung nach – eher in zu großen Mengen auf. Häufig ist die intuitive, aber falsche Reaktion auf Erschöpfungssymptome, Kohlehydrate zuzuführen. So „blockiert“ man aber eher den Magen, während faktisch die Glykogenspeicher ausreichend gefüllt sind. Apropos Erschöpfungssymptome. Diese äußern sich auf verschiedene Weise, verschwinden aber erstaunlicherweise wieder während der Fahrt. Ich hatte mein erstes Tief bereits nach 120 Kilometern, nur um dann ab Kilometer 160 richtig „aufdrehen“ zu können. Bei 310 Kilometern hatte ich die größte „Krise“ mit Kopfschmerzen, Atemproblemen und „streikender“ Muskulatur. Doch selbst das ging vorbei. Die letzten 50 Kilometer konnte ich ohne Beschwerden bei untergehender Sonne abspulen.


Neuer Aufsatz

Zuletzt erschien im Journal „Ethics and Information Technology“ mein neues Paper „From privacy to anti-discrimination in times of machine learning“. Das Paper liegt mir besonders am Herzen, da es versucht, zu zeigen, warum die Idee der informationellen Privatheit angesichts von Technologien wie dem maschinellen Lernen nahezu obsolet ist – ein Gedanke, der in der Privacy-Forschung häufig nicht zugelassen wird – und wir andere Formen des Identitätsschutzes gesellschaftlich etablieren müssen. Der Artikel kann hier (mit Uni-VPN) oder hier (ohne Uni-VPN) nachgelesen werden.

Erster Saisonsieg

Endlich hat es geklappt. Auf der Kurzstrecke des Heckengäu Bike Marathons konnte ich auf den ersten Platz in der Gesamtwertung fahren und meinen Sieg vom Vorjahr wiederholen. Nachdem ich nach etwa der Hälfte der Distanz durch einen Angriff am Anstieg etwas Abstand zu meinen Verfolgern gewinnen konnte, musste ich mich auf der matschigen Strecke ordentlich quälen, um den Vorsprung ins Ziel zu bringen. Danke an die Veranstalter für das tolle Rennen!

Wettkampf oder Kooperation

Für den Webauftritt des Wissenschaftsjahres 2019 zum Thema künstliche Intelligenz habe ich einen kurzen Artikel über die Rhetorik und Rahmung der entsprechenden Technikentwicklung geschrieben, der bei Interesse hier nachgelesen werden kann.

AI Governance

An der Universität in Hongkong wurde jüngst eine Konferenz zur Ethik und Governance von KI-Systemen veranstaltet, zu der ich eingeladen wurde. Im Sinne der Bewahrung einer guten Klimabilanz habe ich den Vortrag allerdings per Skype gehalten. Es war dennoch schön, virtuell bei der Konferenz dabei zu sein. Ein Ergebnis derselben ist zudem ein Übersichtspaper über verschiedene AI Governance Initiativen, an dem ich mitgewirkt habe. Der Text ist als Preprint verfügbar oder kann über folgenden Link eingesehen werden.

VR Festival

In Hamburg fand zuletzt das VRHAM! statt, ein Festival zum Thema VR und Kunst. Ich wurde eingeladen, bei einer Podiumsdiskussion mitzuwirken, bei der es um die gesellschaftlichen Folgen des Technologieeinsatzes ging. Auffällig ist, dass der VR-Hype inzwischen abgeklungen ist. Die Technologie befindet sich in einer langsamen Evolution, bei der kleine, fast unmerkliche Fortschritte – wie sie etwa an der jüngst erschienenen Oculus Quest abgelesen werden können – dazu führen, dass VR sukzessive alltagstauglicher und benutzerfreundlicher wird.


Besuch am CERN

Zuletzt wurde ich nach Genf eingeladen, um bei einer Konferenz über Big Data in der Medizin zum Thema KI-Ethik vorzutragen. Obwohl die Konferenz am CERN stattfand, wurde ich nicht von einem schwarzen Loch eingesaugt. Demnächst wird ein White Paper zur Konferenz erscheinen, dass ich an dieser Stelle verlinken werde.


Herausforderung

So richtig erfolgreich ist die Rennsaison bislang noch nicht. Beim letzten Rennen in Bad Wildbad wurde ich auf der technisch sehr anspruchsvollen Strecke in der Hauptklasse fünfter und fuhr damit wieder am Podium vorbei. Am Sonntag habe ich daher auf ein weiteres Rennen verzichtet und mir selbst eine Herausforderung gestellt: 300 Kilometer (oder mehr) mit einem Schnitt über 30 km/h zu fahren. Ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, die Tour – sie ging abermals an den Bodensee – nicht noch am Folgetag in den Beinen gespürt zu haben…


Algorithmische Diskriminierung

Das Thema der algorithmischen Diskriminierung wird seit längerem intensiv diskutiert, und auch ich habe vor einiger Zeit einen Aufsatz dazu geschrieben, der nun in der Österreichischen Zeitschrift für Soziologie erschienen ist und bei Interesse hier nachgelesen werden kann.

Rennen in Albstadt

An diesem Wochenende kamen die Besten der Besten in Albstadt zum MTB Worldcup. Im Rennen der Frauen belegte Lisa Brandau, seit dieser Saison meine sportliche Leiterin, den siebten Platz. Ein wahnsinnig gutes Ergebnis! Das Rennen kann hier nachgesehen werden. Ich selbst bin am Samstag beim GONSO-MTB-Classic gestartet und auf den sechsten Platz in meiner Klasse gefahren.

AR/VR-Konferenz

Für meinen letzten Vortrag bin ich einer Einladung an die Leopold-Franzens-Universität Innsbruck zur MWB 2019 „Augmentierte und virtuelle Wirklichkeiten“ gefolgt und habe nochmals darüber gesprochen, inwiefern gemeinnützige Initiativen VR-Technologien und immersive Medieninhalte für pro-soziale Zwecke nutzen können. Kritisch gesehen wird dabei häufig, dass VR-Medien ein illegitimes „Überwältigungs-Moment“ ausnutzen, was in meinen Augen jedoch insofern relativiert werden muss, als dass die allgemeinen Bedingungen aktueller Aufmerksamkeitsökonomien es geradezu notwendig machen, sich auf starke Medienwirkungen zu fokussieren, um bestimmte (pro-soziale, moralisch gerechtfertigte) Anliegen verfolgen zu können. Dies bedeutet nicht, dass Immersion Reflexion gänzlich ersetzen soll – je nach Kontext haben beide Seiten ihre Rechtfertigung.


Podiumsplatz verpasst

Genau wie im letzten Jahr startete die Saison mit der Schönbuch Trophy, meinem Heimrennen, und einem 4. Platz (schon wieder) in der Gesamtwertung. Durch eine anstrengende Dienstreise zuvor und dementsprechend fehlende Trainingseinheiten entschied ich mich für die Kurzstrecke, auf der jedoch schneller gefahren wurde und ich anfangs durch das hohe Tempo und die kalten Temperaturen teilweise Atemprobleme hatte. Ansonsten fiel mir auf, dass die neue Strecke im Vergleich zur alten Route etwas „charakterlos“ ist. Es geht relativ flach über zumeist einfache Trails, bei denen wenige Überholmöglichkeiten bestehen. Schade, dass die alte Strecke nicht beibehalten wurde.

Vortrag über Datenarbeit

Bei der Jahrestagung der Schweizerischen Gesellschaft für Kommunikations- und Medienwissenschaft – diesmal fand sie im schönen St. Gallen statt – habe ich über das Phänomen vorgetragen, dass Nutzer digitaler Medien zur „Datenarbeit“ genötigt werden, indem sie durch unscheinbare Microtasks – etwa indem sie Mails als Spam markieren, reCAPTCHA lösen, Bilder markieren, Übersetzungen verbessern etc. – unwissend Systeme der künstlichen Intelligenz verbessern. Faktisch ist die Intelligenz von Maschinen in weiten Teilen eine Akkumulation von durch Menschen gelösten kognitiven Kleinstaufgaben. Die beschriebenen Sachverhalte habe ich im Vortrag insbesondere aus einer gerechtigkeitstheoretischen Perspektive bewertet und dabei problematisiert, dass es großen IT-Unternehmen weitgehend unbemerkt gelungen ist, ein kapitalistisches Verwertungsgeschehen auf undurchsichtige und zumeist nicht-entlohnte Datenproduktions- und Indexierungsarbeiten auszudehnen.