Sauberer Sport und hybride Athleten

Offensichtlich flächendeckendes Doping im Leistungs- und Hochleistungssport kann die Forderungen nach einem „sauberen“ Sport nicht eindämmen. Auf die Differenz von „sauberem“ und „unsauberem“ Sport wird der Moralcode gut/schlecht appliziert. Nur ein Sport, welcher als „sauber“ gilt, darf damit rechnen, weiterhin von Sponsoren, Medien und großen Publikumsmassen getragen zu werden. Doch hinter der Ideologie des „sauberen“ Sports steckt ein Ensemble von Denkschemata, welche – gelinde gesagt – als unzeitgemäß gelten dürfen. Längst zieht sich ein Netz von Assoziationen zwischen Mensch und Medizin bzw. Mensch und Chemie durch die Gesellschaft, welches die Kategorie des Humanen überhaupt in Frage stellt. „Sauberer Sport und hybride Athleten“ weiterlesen

Zum Habitus des Berufswissenschaftlers

Wenn man die Prinzipien der Athletik auf das Feld der Wissenschaft überträgt, geraten einige, zumeist verborgenen Funktionsprinzipien dieses Feldes in den Blick. Wie der Läufer Kilometer sammelt und Fitnesspotentiale akkumuliert, so sammelt der an Theorie orientierte Wissenschaftler Textmengen unter dem Ziel, neben den externen Wissensarchiven gleichsam ein „internes“ Archiv, einen Speicher konzentrierten Wissens anzulegen. Berufstheoretiker messen ihre Kondition, ihr „In-Form-Sein“ daran, in den Sprachspielen der eigenen Themenressorts Virtuositätssteigerungen anderer Wissenschaftler kontern zu können, um auf dem Markt der Glaubwürdigkeitszuteilung möglichst große Anteile abgreifen zu können. „Zum Habitus des Berufswissenschaftlers“ weiterlesen