Ans Limit

Nachdem sich vergangenen Sonntag endlich ein regenfreier Tag ohne akute Hitze ergab, konnte ich mal wieder länger Fahrrad fahren. Für alle, die an Ultraradmarathons interessiert sind, hier meine Erfahrungen: 400 Kilometer sind meiner Meinung nach das Limit, was sich unter normalen Bedingungen ohne Lampen und warme Kleidung für die Nacht- oder frühen Morgenstunden machen lässt. Will man noch größere Distanzen zurücklegen, muss man, um die Temperatur- und Helligkeitsdifferenzen ausgleichen zu können, mit mehr Equipment fahren, welches einen wiederum verlangsamt. Ich war alles in allem über 14 Stunden unterwegs, bei 13:43 Stunden Fahrzeit, was einem Schnitt von 29,3 km/h entspricht. Die restliche Zeit verliert man an Ampeln und Kreuzungen, durch Pinkelpausen oder Stopps an Tankstellen, um Wasser und Zucker nachzufüllen. Letzteren nimmt man – zumindest meiner Erfahrung nach – eher in zu großen Mengen auf. Häufig ist die intuitive, aber falsche Reaktion auf Erschöpfungssymptome, Kohlehydrate zuzuführen. So „blockiert“ man aber eher den Magen, während faktisch die Glykogenspeicher ausreichend gefüllt sind. Apropos Erschöpfungssymptome. Diese äußern sich auf verschiedene Weise, verschwinden aber erstaunlicherweise wieder während der Fahrt. Ich hatte mein erstes Tief bereits nach 120 Kilometern, nur um dann ab Kilometer 160 richtig „aufdrehen“ zu können. Bei 310 Kilometern hatte ich die größte „Krise“ mit Kopfschmerzen, Atemproblemen und „streikender“ Muskulatur. Doch selbst das ging vorbei. Die letzten 50 Kilometer konnte ich ohne Beschwerden bei untergehender Sonne abspulen.